Die Beziehung nach dem Narzissten – 7.1 Narzissmus verstehen – “Projekt 365”Einmal eine Narzisstische Beziehung, immer eine narzisstische Beziehung? Nein, das muss nicht so sein! Das Leben wird nicht von einem ĂŒberirdischen Schicksal geleitet. Wir sind keinem Fatalismus unterworfen! Unser Leben ist vielmehr das Ergebnis von unseren Entscheidungen bestimmte Dinge zu tun, und andere dafĂŒr zu unterlassen. Du hast dich zum Beispiel dazu entschieden, deine Partnerschaft mit dem Narzissten nicht mehr fortzufĂŒhren. Und dies wird dein gesamtes weiteres Leben beeinflussen. Du hast es ab jetzt in deiner Hand! Viele sagen direkt nach einem Ausstieg aus solch einer toxischen Beziehung: âNie wieder lasse ich einen Menschen nochmal so nahe an mich ran.â Aber ist das wirklich realistisch und umsetzbar? Ich wĂŒrde sagen: âNein!â Denn die gröĂte Droge eines Menschen, sind die anderen Menschen um uns herum.
Und weil dem so ist, weil du mit einer Wahrscheinlichkeit von ĂŒber 90% wieder in eine Beziehung gehen wirst, möchte ich mit dir einmal ĂŒber ein âProjekt 365â sprechen. Was dieses genau bedeutet, werde ich dir im Laufe dieses Beitrages noch sehr genau erklĂ€ren. Jetzt geht es nĂ€mlich darum, den Blick wieder nach vorne zu richten. Und da ploppt das Thema âPartnersucheâ fast zwangslĂ€ufig bei jedem Menschen auf. Darum schauen wir jetzt einmal ganz genau da drauf und betrachten einmal, wie wir das Beste aus der frĂŒheren toxischen, narzisstischen Beziehung rausholen können. Denn schlieĂlich hat diese uns auch vieles ĂŒber uns selbst gelehrt:
Ja, du hast richtig gelesen ⊠Es gibt sie wirklich, diese Signale, an denen wir eine gesunde Beziehung erkennen können. Und darum geht es in diesem siebten und letzten Teil meiner Themenreihe âNarzissmus verstehenâ:
Ich bin ĂŒberzeugt davon, dass wir â trotz der Dichotomie der Kontrolle (Zitat Stoiker) ĂŒber einen GroĂteil eines Lebens einen direkten Einfluss haben, inklusive ĂŒber das GlĂŒck in einer Beziehung. Besonders am Anfang haben wir noch den gröĂten Einfluss darauf, wo unsere Reise hingeht. Vergleichbar einer Situation in einer Hunde-Trainings-Schule die ich mal mitbeobachten durfte. Immer wieder â und zwar direkt am Anfang – hat der Hunde-Trainer sofort und konsequent seine vierbeinigen SchĂŒtzlinge korrigiert. Meine Lehre daraus: đ âGreife frĂŒh ein und du brauchst spĂ€ter weniger Kraft aufwenden.âÂ
Ein japanisches Sprichwort sagt Ă€hnliches: âWenn du merkst, dass du im falschen Zug sitzt, dann steig an der nĂ€chsten Station aus. Ansonsten wird deine Reise immer teurer.â Auf uns ĂŒbertragen: In meinem Projekt 365 möchte ich zum einen zeigen, dass du einen groĂen Teil der Kontrolle in deiner Hand hĂ€ltst und dass der Anfang einer Beziehung der ideale Zeitpunkt zum Weichenstellen darstellt.
Und worauf sollte man achten? Gibt es so etwas wie Yellow-Flaggs oder sogar Red-Flaggs, welche ICH SELBER beeinflussen kann? Ja und darĂŒber sprechen wir jetzt: Was sollten wir erst einmal vermeiden?
Je nachdem, wie lange du dich in einer Beziehung mit einem Narzissten befunden hast, schwingt das Echo dieser Zeit immer noch nach und verhindert oder bremst eine glĂŒckliche Partnerschaft 2.0.
Aber egal, von welchem Punkt du wieder aufstehst, oder dein Leben wieder in die eigenen HĂ€nde nimmst, lass dir bitte gesagt sein, dass Eile, Hast oder irgendeine Torschlusspanik nicht angebracht ist. Lass dir ein wenig Zeit â ich spreche hier gerne von dem Projekt 365 um deutlich zu machen, dass es sowohl eine Zeit der âEntlobungâ als auch des neuen Kennenlernens geben muss. Eine Beziehung zu beenden ist mit keiner anderen Trennung in unserem Leben vergleichbar! Selbst der Auszug der eigenen Kinder hat nicht so einen tiefen Impact, wie die Trennung von einem Menschen, dem man sich einmal komplett geschenkt hat.
Nicht umsonst hat der Staat bei Scheidungspaaren auch ein ganzes Jahr als Trennungsjahr angesetzt (BGB §1567) damit man sich nicht leichtfertig oder voreilig trennt. Nimmt man nun noch die traditionelle Zeit der Verlobung mit hinzu â man spricht hier ebenfalls von etwa einem Jahr â dann hat man fĂŒr die Zeit von Trennung und Neu-Verlobung schon direkt mal zwei Jahre zusammen.
Warum erwĂ€hne ich dies so explizit? Weil es keinen logischen Grund dafĂŒr gibt, sich von dem einen UnglĂŒck in ein neues Abenteuer zu stĂŒrzen. Lehn dich zurĂŒck und schenke dir das wertvollste deines Lebens: deine Zeit! Nimm dir Zeit fĂŒr die Erholung, aber auch Zeit, um all die RatschlĂ€ge dieser Beitragsreihe in Ruhe zu erlernen und um die vergangenen Fehler nicht zu deinen kĂŒnftigen Fehlern zu machen.
Lass uns darum mal ein paar Fallstricke betrachten, welche oft aufkommen, wenn man wieder dabei ist, sich einem neuen Partner zu schenken.
Der Begriff Maske hat zwar auch französische und lateinische Entsprechungen (âmaskaâ = Maske / Gespenst), sein Ursprung geht aller Wahrscheinlichkeit nach noch viel weiter zurĂŒck und zwar bis ins Arabische. Der Begriff âmasharaâ bedeutet Verspottung, Narr, PossenreiĂer, Scherz. Das zeigt, dass eine Maske tragen mehr ist. Es bedeutet auch immer eine Wirkung beim Anderen zu erzeugen. Â
Was hat dies mit unseren Fallstricken bei der Partnersuche 2.0 / dem Projekt 365 zu tun? Nun, wir leben in einer immer unrealistischer werdenden âHochglanz Gesellschaftâ wo auf den sozialen Plattformen alles fĂŒr den Ă€uĂeren Schein getan wird. Programme wie VSCO, Snapseed, Adobe Lightroom, Afterlight oder Facetune sind nur einige wenige um die Bilder massiv zu pimpen. Dies alles wirkt sich natĂŒrlich auch auf den Einzelnen aus, der sich bei den ersten Dates gerne von seiner Schokoladenseite zeigt oder denkt zeigen zu mĂŒssen. Aber ist das wirklich notwendig? Muss ich mich wirklich wie ein perfektes Paket prĂ€sentieren wo ich mit einem sportlich makellosen Körper, einem stĂ€ndigen LĂ€cheln und einer permanent guten Laune zeige?
Ich sage dir: das ist der sichere Weg in die nĂ€chste Narzissmus-Katastrophe. Ein Narzisst ist nĂ€mlich in erster Linie scharf auf das ĂuĂere. Der bestĂ€ndige, tugendhafte, ehrliche Partner sieht aber mehr! Er sieht nĂ€mlich auch auf die inneren Werte! ĂuĂerlichkeiten wie Kraft, Jugend, Schönheit unterliegen einem natĂŒrlichen Verfall. âMemento moriâ ist eine wunderbare Erinnerung daran, dass wir alle sterblich sind.
Was ist mein ehrlicher Rat? Sei dir selbst und deiner Umgebung gegenĂŒber immer ehrlich. Trage keine Maske und versuche nicht mit Dingen zu beeindrucken, die nicht stimmen. Denn LĂŒgen haben immer kurze Beine. Und wenn du wirklich etwas Beeindruckendes kannst oder besitzt, dann schweige erst einmal darĂŒber. Es ist vielfach mĂ€chtiger, erotischer und auch attraktiver, wenn man gewisse FĂ€higkeiten oder BesitztĂŒmer hat, damit aber nicht prahlt.
Das Wort âehrlichâ kommt nĂ€mlich von dem althochdeutschen Begriff âerlihâ und hat die Bedeutung von ehrenvoll, ansehnlich. Und es gibt nur wenige Dinge die anziehender, attraktiver sind als ein ruhiges âUnderstatementâ. Prahlerei zieht eine ganz typische Gruppe von Menschen an. Genau das Gleiche gilt aber auch fĂŒr Understatement. Ziehe darum immer die richtigen Leute an. Wer aber bin ich wirklich? Was zeichnet mich als Mensch / Individuum ĂŒberhaupt aus? Was ist meine Kernkompetenz und welchen FuĂabdruck hinterlasse ich? Falls du dies noch nicht so genau weiĂt, dann ist dies jetzt genau der richtige Moment, dich auf die Suche zu machen. Denn, jeder von uns hat eigentlich nur zwei Fragen in seinem Leben zu beantworten. Wobei die Reihenfolge enorm wichtig ist:
Bei der Beantwortung dieser Frage â und bei manchem kann es Jahre dauern, bis er eine Antwort findet â können dir aber auch Freund und oder auch Therapeuten helfen. Hier nur mal sechs Gedankenspiele als mögliche erste Anhaltspunkte fĂŒr deine persönliche Suche nach deinem eigenen Wert:
Hast du hier etwas fĂŒr dich gefunden? Wenn ja, dann kann dich deine Antwort auf das âWarum zu Leben?â, dann du katapultartig in deinem Leben nach oben befördern. Vertrau mir! Ein Narzisst wird dann kaum noch eine Chance gegen dich haben. Und eine Maske vor anderen und / oder dir selber wirst du dann auch nicht mehr benötigen.
âErst die Socken, dann die Schuheâ ⊠bestimmt kennst du auch diesen Satz! Er zeigt, dass es im Leben immer wieder darauf ankommt, bestimmten Dingen eine höhere oder niedrigere PrioritĂ€t einzurĂ€umen als anderen um substantiell und nicht ĂŒberhastet voranzukommen. Klar kann man beim Treppensteigen auch mal die eine oder andere Stufe ĂŒberspringen. Die Gefahr, dass man dabei hinfĂ€llt, wird aber sehr groĂ.
Was hat all dies mit unserem Thema â âProjekt 365 â die Beziehung 2.0 nach dem Narzisstenâ – zu tun? Wie bereits beschrieben, sind Narzissten allein schon aufgrund ihrer emotionalen Unreife immer daran interessiert, von Anfang an in einer neuen Beziehung keine Zeit zu verlieren und alles schnell in ihre persönliche Wunschrichtung zu lenken. Was zu Beginn aber noch durch ein Love-Bombing ein rauschend schönes GefĂŒhl erzeugte, lĂ€sst bereits nach kurzer Zeit schnell wieder nach. Denn dieses ganze Love Bombing, die Geschenke und LiebesschwĂŒre sind nichts weiter als lediglich wertloser Schall und Rauch. Ich wĂŒrde sie eher als emotionalen Missbrauch bezeichnen. Man kann diese anfĂ€ngliche Eile meiner Beobachtung nach fast immer in einer narzisstischen Beziehung beobachten. Es ist zwar kein Ausschluss-Kriterium fĂŒr eine gesunde Beziehung, dafĂŒr aber immer ein Erkennungsmerkmal einer toxischen Partnerschaft.
Mein Rat dabei ist hier recht simpel: Gehe deine neue Partnerschaft immer in einem Tempo an, dass dir dabei selber nicht schwindelig wird. Konkret ausgedrĂŒckt: der oft zitierte âOne-Night-Standâ sollte nicht dein Ziel sein. Trink bewusst sehr wenig, am besten gar keinen Alkohol. Nimm ihn nicht sofort zu dir nach Hause. ErzĂ€hle ihm nicht deine intimsten Geheimnisse. Vielleicht hast du auch eine zweite Handynummer. Gib ihm nur eine! ErzĂ€hle nicht, wo du genau wohnst, und halte vor allem deine Kinder aus dem Spiel. Ist das jetzt Paranoia? Nun, wir leben heute in einer Welt, die immer unverschĂ€mter wird. Betrachten wir nur mal die Zahl an Opfer von Gewalttaten:
Es muss aber nicht immer in körperlicher Gewalt enden. Diejenigen, die zu mir in die Therapie kommen sind Menschen, die in der Regel zu naiv und offenherzig bei ihrer Partnersuche vorgegangen sind. Koste das Love Bombing, die BlumenstrĂ€uĂe, die Geschenke ruhig erst einmal eine Weile aus. Sei dabei aber immer vorsichtig, wenn es um deine PrivatsphĂ€re geht. Wenn ihr wirklich fĂŒreinander bestimmt seid, dann macht es auch keinen groĂen Unterschied, wenn du es ruhig angehen lĂ€sst und ihr nicht beim ersten Treffen miteinander die Nacht verbringt.
Ich habe ihn endlich getroffen ⊠den einzig wahren âMr. Rightâ, die einzigartige, wunderbare âMrs. Rightâ. ⊠Nun, ich wĂŒrde es mir fĂŒr dich wĂŒnschen. Sei aber bitte immer realistisch und gehe die Sache langsam an. Auch wenn wir viele Dinge steuern und bewerten können, so Ă€hnelt ein Zusammentreffen mit einem potentiellen Lebenspartner doch auch einem Lottospiel. Und wie sehen die Chancen aus, im Lotto zu gewinnen? Beim âLotto 6 aus 45â spricht man von einer Gewinnchance von 1 zu 8 Millionen. Beim âSuperLottoâ sind es 1 zu 622 Millionen.
Warum sage ich dies? Weil ein 100% Match beim ersten, meinetwegen auch beim zweiten oder dritten Date schon sehr unrealistisch ist. Und wenn der GegenĂŒber schon in den ersten Stunden von einer festen Beziehung anfĂ€ngt zu sprechen, dann solltest du hier besonders wachsam werden. Das ist wie beim Feuerholz: Was schnell entzĂŒndet werden kann, dass brennt auch schnell wieder ab. Auf uns ĂŒbertragen: Wer sich schnell in eine SchwĂ€rmerei und ein Verliebtsein reinsteigert, der lĂ€sst dich auch genauso schnell wieder â wie eine heiĂe Kartoffel â fallen. Und der eigentliche Verlierer wĂ€rst dann du! Aber auch wenn sich alle weiteren Dates als Versager herausstellen, dann siehe es einfach nur mal von der unterhaltsamen Seite. Mit der richtigen Einstellung kannst du dabei sehr viel SpaĂ erleben und fast schon ein Buch ĂŒber das Erlebte schreiben. Aber dazu mehr im nĂ€chsten Punkt.
Wie schrieb der französische Philosoph, Jurist, Humanist und BegrĂŒnder der Essayistik (rethorische Sachtexte) Michel de Montaigne (1533 â 1592)? âDas gröĂte GlĂŒck liegt in der FĂ€higkeit, mit sich selbst im Reinen zu seinâŠâ Darum: đ âErlaube dir endlich, glĂŒcklich zu sein.â Marc Aurel sagte: âDas GlĂŒck deines Lebens hĂ€ngt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.â Und wie schnell kann man nach einer missglĂŒckten, schlechten Beziehung das GefĂŒhl bekommen, dass alles, was jetzt im Leben noch kommt, genauso zum Scheitern verurteilt ist wie das bislang Erlebte.
Viele werden dann zynisch und verbittert in ihrem Leben. Aber das könnte auch daran liegen, dass Du dich einfach noch viel zu nahe an deiner alten Beziehung befindest â also noch nicht komplett mit ihr abgeschlossen hast und bis dato einfach noch nicht die richtige Person gefunden hast. OK, du hast mit dem Narzissten wahrscheinlich sehr viele negative Erfahrungen machen mĂŒssen. Und vielleicht sagst du dir jetzt, dass du dich auf gar keinem Fall und NIE WIEDER einem anderen Menschen nochmal so tief anvertrauen wirst. Aber denke daran, dass wir das Leben loslassen mĂŒssen, um es zu bewahren (Hermann Hesse 1877 â 1962 dt. schweizerischer Schriftsteller). Das ist so ein Ă€hnliches GefĂŒhl wie wenn du nach einer Alkoholvergiftung sagst âich trinke nie wieder Alkoholâ. Das ist nachvollziehbar! Aber denke auch bitte daran, dass du der eigentliche Boss in deinem Leben bist. Selbst wenn bis heute andere Menschen versucht haben, dich zu manipulieren, so kannst du immer noch â ab heute â eine neue Entscheidung treffen:
Denn wenn es auch diesen einen schlimmen Menschen gab, der dir mein Leben fast ruinierte, so gibt es immer noch tausend Andere, die mich zum Lachen bringen können, die mir freundlich gesinnt sind und sich auch um mich kĂŒmmern wollen. Menschen, die sich einfach nur gerne mit anderen â wie mit mir â treffen möchten, damit wir etwas gemeinsame Zeit miteinander verbringen. Die Beziehung mit dem Narzissten war zwar eine dunkle Episode in deinem Leben, aber sie hat etwas sehr Gutes bei dir bewirkt: du hast gelernt zu ĂŒberleben (Elton John âI am still Standingâ Dieses Lied richtete sich an eine ehemalige Geliebte und Elton singt darĂŒber, dass er auch ohne sie stark ist) Und neben dem Ăberleben hast du auch geschafft, viel Neues zu lernen, Fortschritte zu machen. Freunde bestĂ€tigen einen nĂ€mlich in dem was man ist und Gegner fordern und fördern uns, indem sie uns zu neuem Lernen inspirieren. All das hast du hinter dir und damit liegt deine beste Zeit nun endlich vor dir. Nimm das was passiert ist nicht zu ernst und schau nur noch nach vorne. Frei nach den Epicureern aus der römischen Zeit: Unser Leben ist auch dazu da, um genossen zu werden. Alles andere wĂ€re Verschwendung!
Denn wenn du dich nicht dazu durchringen kannst, es auszukosten dann werden alle aufmunternden Hinweise von auĂen, jegliche Achtsamkeit oder Dankbarkeit nicht genĂŒgen, dass du dich irgendwie besser fĂŒhlst. Es ist eine Entscheidung, sich auf das Gute zu konzentrieren, genauso wie wir uns zum HĂ€ndewaschen entscheiden. Wenn du deine Gedanken selber nicht sauber bekommst, dann nimm dir Seife / Hilfe von auĂen zur UnterstĂŒtzung! Sprich mit einem Freund oder einem Therapeuten. Ich verspreche dir, es lohnt sich!
Das ist ein weiterer gravierender Fehler, den ich leider recht hÀufig beobachte: Den Wunsch nach einem Partner allen anderen Zielen im Leben voranstellen. Was uns jedoch ausmacht als Mensch ist nicht die Suche nach einem anderen Menschen, sondern es ist die Suche nach der eigenen Transzendenz.
Transzendenz ist das, was von uns ĂŒbrigbleibt, wenn es uns mal nicht mehr gibt. Es ist das Wahre, das Gute, das Schöne, nach dem wir uns in unserem Leben ausstrecken; also unsere Lebens-Vision die wir in das Zentrum unserer Mission rĂŒcken. In anderen Worten: Wenn wir einen anderen Menschen auf solch ein hohes Podest stellen, dann kann das einfach gar nicht gutgehen, weil der / die diese Position 1. gar nicht ausfĂŒllen KANN und diese ihm 2. auch gar nicht zusteht.
Ich empfehle hier gerne das Buch von Sam Keen (âFeuer im Bauchâ), dass schon ĂŒber 30 Jahre auf dem Buchmarkt existiert jedoch immer noch hoch-aktuell ist. An einer zentralen Stelle zitiert er aus einem GesprĂ€ch, das er von einem guten Freund inmitten des eigenen Scheidungschaos’ einen wichtigen Rat bekommt:
đ Ein Mann mĂŒsse u.a. drei Entscheidungen treffen: 1.) Wer bin ich? 2.) Wo gehe ich hin? 3.) Wer geht mit? Und dabei ist die Reihenfolge der Beantwortung dieser Fragen extrem wichtig. Wer diese ignoriert â also die zweite vor die erste stellt – Â der kommt unweigerlich in Teufels KĂŒche.
Was also ist zu tun, wenn du merkst, dass deine Suche nach einem Partner eine viel zu hohe PrioritĂ€t in deinem Leben eingenommen hat? Mein Rat: Atme tief durch, tritt einen Schritt zurĂŒck und verlagere den Fokus auf dein eigenes Leben. WofĂŒr stehst du jeden Morgen gerne auf? Was bereitet dir Genuss, SpaĂ oder Freude? Werde dein besonderer Freund und gönne die mehr Zeit mit Freunden, die auch wirklich deine Freunde genannt werden dĂŒrfen! Wer verzweifelt nach einem Partner sucht, der sendet nach auĂen eine klare Botschaft der BedĂŒrftigkeit aus. Aber bedĂŒrftige Menschen sind nicht attraktiv! Sie wirken eher abstoĂend.
So paradox es klingen mag ⊠aber wer nicht sucht, der findet leichter und wird auch leichter gefunden. Und das Leben als Single ist â mit einem Augenzwinkern gesagt – nicht gefĂ€hrlich đ Es bietet dir â als Ăbergang bis zu deiner mit Sicherheit in der Zukunft kommenden Partnerschaft â viel Positives, wie eine besondere Freiheit und Gelegenheit zur Selbstreflexion. Solche Personen, die mit sich selbst glĂŒcklich sind, das sind diejenigen die von anderen gesucht werden. Also: Finde dich selbst und du wirst von deinem kĂŒnftigen Partner praktisch zwangslĂ€ufig gefunden.
Was ist eigentlich dein Traummann / deine Traumfrau? Wie sieht dein âBeuteschemaâ aus? Genau so und nicht anders hat er / sie zu sein âŠÂ SpĂŒrst du hier die Sackgasse, in die du dich mit diesen GedankengĂ€ngen versteifst? Ich kenne wirklich niemanden, der mir die Frage eindeutig beantworten kann, was er als âschönâ betrachtet. Und dabei hat sich das, was unsere Gesellschaft als Ganzes als Schönheitsideal angegeben hat, im Laufe der Zeit auch immer wieder verĂ€ndert.
Da gab es vor Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden die griechische Göttin der Liebe, Aphrodite, oder spĂ€ter die Venus von Botticelli (ca. 1485 u.Z.). Die sahen ganz anders aus als die Models heute. SpĂ€ter, im Barock (1600 bis 1750) wurde der Wert auf Opulenz, FĂŒlle, Dekoration und mehr EmotionalitĂ€t gelegt. Ich erwĂ€hne hier nur mal die bekannte Rubensfigur. Ende des 19. Jahrhunderts kam dann die Zeit der Industrialisierung und der Puritanismus. Da waren auf einmal sportlich-schlanke Frauenkörper das Idealbild. Hast du mal ein Foto aus dieser Zeit genauer betrachtet? Zum Beispiel die extrem schlanken Charleston-TĂ€nzerinnen wie Josephine Baker? In den 50er und 60er Jahren waren dann wieder etwas mehr Rundungen angesagt. Da haben Marilyn Monroe, Sophia Loren oder Brigitte Bardot den Ton angegeben. Ab den 80ern schlug das Pendel dann wieder in die andere Richtung: Da kam die Aerobic-Welle und der Fitness-Wahn in volle Fahrt. Supermodels wie Cindy Crawfort oder Naomi Campbell bildeten das neue Frauenbild ab. Und dann, ab den 90ern schlug das Pendel weiter erbarmungslos aus. Da kam der sogenannte âHeroin Chicâ mit den âKind-Frauenâ wie z.B. Kate Moss auf. Die war bei ihrer Entdeckung erst 14 Jahre alt und verkörperte den ausgemergelten, unterernĂ€hrten Typ der Kindsfrau. Im Jahr 2000 kamen dann Busenwunder auf wie das bei Baywatch und Victorias Secret zu sehen war. Und was ist aktuell? Wo wird heute am meisten draufgeschaut? Ich sage nur Kim Kardashian, Jenifer Lopez oder Pippa Middleton. Po-Implantate sind so normal geworden wie damals in den 90ern die BrustvergröĂerungen.
Und gibt es solche Vorstellungen auch beim Mann? Ja klar. Denn schon Herbert Grönemeyer stellte 1984 die Frage âWann ist ein Mann ein Mann?â Bei den Römern vor 2000 Jahren stellte der ideale Mann erst einmal das Familienoberhaupt dar. Er war derjenige der in der Familie ĂŒber Frau, Kinder, Sklaven verfĂŒgte. Im frĂŒhen 16. Jahrhundert wurde der Wert dann immer stĂ€rker nach auĂen verlegt. Da glich ein Mann optisch eher einem Pfau. Mit Prunk gekleidet und einer Haube bedeckt gingen sie aus dem Haus. Das hörte erst mit der französischen Revolution 1799 auf. In der viktorianischen Zeit (1837 â 1901) war der ideale Mann derjenige, der in der Gesellschaft oder Wirtschaft fĂŒhrend voranging. Das hat sich eigentlich bis heute durchgesetzt.
Dann haben sich die Ă€uĂeren Wunsch-Merkmale weiter stark gewandelt. War es frĂŒher in den Zeiten von Clark Gable die breite Schulter in V-Form, so war dies bereits in den 60er Jahren obsolet. So dĂŒrre Hungerhaken wie Mick Jagger und Iggy Pop waren auf einmal das Pendant zu Twiggy. SpĂ€ter ging es dann wieder muskulöser daher mit Arnold Schwarzenegger, Silvester Stallone und anderen.
Und heute? Heute Àndern sich die Trents fast schon jÀhrlich. Da kommen auf einmal Bezeichnungen auf wie
Was aber möchte ich mit diesem fast schon epischen Vortrag ausdrĂŒcken? Wenn du in deiner Vorstellung davon, wie dein neuer Partner sein sollte, eine ultrafeste Meinung hast, dann sei dir sicher, dass dich dies in eine Sackgasse fĂŒhren wird. Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es so etwas wie diesen einen idealen Partner. Solch ein Mister / Misses Right existiert gar nicht, lĂ€uft aber aller Wahrscheinlichkeit ganz anders durch die Welt, als du es dir gerade vorstellen kannst. Darum ist meine Bitte an dich, in diesem speziellen Thema â aber auch in deinem ganzen Leben – generell flexibel und offen zu bleiben.
In seinem Buch âRaus aus der Angstspirale â das Ende von GrĂŒbelattackenâ verweist der Neurologe Judson Brewer auf die stĂ€rkste Motivation unseres Lebens: unsere Neugierde. Sei neugierig, sei flexibel und probiere tĂ€glich neue Erfahrungen aus â natĂŒrlich immer nur wĂ€hrend du deine sicheren Grenzen weiter im Auge behĂ€ltst.
Es gibt nur eine einzige Sache, die du in deiner Partnerwahl auf keinem Fall ignorieren darfst und dass sind deine Transzendenzien. Der Begriff Transzendenz kommt aus dem Lateinischen âtranscendereâ = hinĂŒberschreiten oder eine Grenze ĂŒbertreten. Im Gegensatz zur Immanenz ist sie von materiellen Werten völlig losgelöst. Es sind damit deine Werte, das Wahre Gute und das Schöne gemeint, nachdem du dein Leben ausrichtest.
Ein simples Beispiel: Einer von beiden möchte lieber monogam leben, der andere polygam. Das dies nicht miteinander vereinbar ist, ist offensichtlich. Aber die Grenzen sind viel enger in unserem Leben und darum sollte man seine eigenen Grenzen erstens selber kennen und zweitens vor einer festen Verbindung offen und klar mit seinem Partner kommunizieren. Denn, wie heiĂt es so schön in Schillers Glocke? âDrum prĂŒfe, wer sich ewig bindet âŠâ
Der Begriff Intuition kommt â mal wieder â aus dem lateinischen Wortschatz. âintuereâ und bedeutet âansehen, hineinsehen. Nach Carl Gustav Jung ist sie eine unserer vier psychologischen Grundfunktionen, die eine Wahrnehmung zukĂŒnftiger Entwicklungen ermöglicht. Bei Intuition denke ich oft an das lateinische Wort Tutor = Vormund, BeschĂŒtzer was im Englischen einen Lehrer bezeichnet. Ich bezeichne Intuition gerne als unseren inneren Lehrer, weil es das Sammelbecken all unserer persönlichen Erfahrungen darstellt.
Es ist sehr einfach gestrickt, da es nur zwei Richtungen kennt: hinein in eine Sache oder weg von einer Sache. Aber gerade wegen dieser einfachen Struktur ist es auch rasend schnell. Ich empfehle hier sehr gerne das tolle Buch von Daniel Kahnemann âSchnelles Denken â langsames Denkenâ. Hier wird dieser Gedanke sehr detailliert beschrieben. Unsere Intuition / also unsere Wahrnehmung und innerer Lehrer sollte mit einer unserer wichtigsten Ratgeber sein, inklusive bei der Beurteilung anderer Menschen und da denke ich sofort an den möglichen neuen Partner.
Und wie geht das nun mit der Intuition? đ Indem du immer wieder genau in dich hineinfĂŒhlst: Vielleicht ist er / sie attraktiv, lustig, charmant und du fĂŒhlst eine erste Verliebtheit in dir kochkommen. Auf den ersten Blick sieht alles wie ein wunderbares Match aus. Er / sie sagt / tut und macht einfach alles richtig. Er scheint der perfekte Partner zu sein. Aber nochmals: wie fĂŒhlt es sich beim zweiten, beim dritten beim wiederholten HineinfĂŒhlen wirklich an? Frei nach dem tollen Buch des Psychoanalytikers Paul Watzlawick âMan kann nicht nicht kommunizieren!â sind wir als Menschen so geschaffen, dass wir bei unseren GegenĂŒbern nicht nur deren Worte, sondern auch alle weiteren nonverbalen Signale wahrnehmen um zu prĂŒfen, ob er vertrauenswĂŒrdig sind oder nicht. Wir können diese unzĂ€hligen wortlosen Signale gar nicht bewusst aufnehmen, dass macht alles unser Unbewusstsein, welches im Vergleich zu unserem Bewusstsein eine unglaublich gröĂere KapazitĂ€t hat.
In einem Vortrag habe ich mal den Vergleich gehört, dass â wenn wir die Rechenleistung unseres Bewusstseins mit der GröĂe des Fingernagels ansetzen wĂŒrden – also 15 Millimeter â dann wĂ€re der Fingernagel, der die Rechenleistung des Unbewussten darstellen wĂŒrde 11 Kilometer lang! Also ĂŒber 733.000 mal mehr. Da wĂ€ren wir wieder beim dem Buch von Daniel Kahnemann âSchnelles Denken â langsames Denkenâ. Ein anderes Werk, was ich hier sehr gerne empfehlen wĂŒrde ist das Buch von Allan und Barabara Pease âDas groĂe Buch der Körpersprache â Gesten und geheime Signaleâ
Zusammenfassend möchte ich dir wirklich nahelegen, die Botschaften deines Unbewusstseins nicht zu ignorieren, wenn diese nicht mit dem ĂŒbereinstimmen, was du glaubst zu sehen. Vielleicht siehst du ja bereits eine perfekte Beziehung vor dir: einen tollen Partner zum Ausgehen, vielleicht sogar eine Heirat oder eine Familie. Achte und vertraue aber bitte immer auch auf dein BauchgefĂŒhl. Das ist mit das VernĂŒnftigste, was du fĂŒr deine körperliche und auch emotionale Sicherheit tun kannst. Das könnte dann nĂ€mlich auch bedeuten, dass du selbst dann Grenzen setzen musst, wenn dein GegenĂŒber charmant und ĂŒberzeugend wirkt, dein Bauch dir aber ein klares Stoppsignal sendet. Eventuell musst du dann auch mal unhöflich sein, eine Verabredung vorzeitig verlassen oder nicht mit jemandem nach Hause zu gehen und es ertragen, dass man dich als unhöflich oder schwierig tituliert. Das ist aber der Preis, den jeder zahlen muss. Besser aber diesen als ein Leben lang an einen Narzissten gebunden zu sein.
Wenn es eine Sache, eine Botschaft eine Take-Home-Message von mir in dieser Themenreihe âNarzissmus verstehenâ gibt, von der ich hoffe, dass du dir diese merkst und verinnerlichst, dann ist es diese: âVertraue vorzugsweise immer auf deiner Intuition. Sie ist dein ganz persönlicher Erfahrungsschatz und hat keinen Vorteil dich zu betrĂŒgen, ganz im Gegenteil.
Hör auf, mit dem Narzissten zu kĂ€mpfen und fang an, mit ihm zu tanzen!”
In diesem Buch zeige ich – Marcus JĂ€hn – dass Narzissmus eine Bindungsunreife und keine Krankheit ist. In acht aufeinander folgenden Kapiteln wird systematisch aufgezeigt, was Narzissmus ist, wie man sich gegen einen Narzissten wehrt und vor allem: wie ein Leben NACH dem Narzissten wieder möglich ist.Â
Dieses Buch soll kein Feindbild zeichnen, sondern einen Weg zur inneren Freiheit schaffen. Die Botschaft lautet: Du kannst den Narzissten nicht heilen. Aber du kannst aufhören, deine Lebenskraft an ihn zu verlieren. âNarzissmus verstehenâ ist damit kein Ratgeber im klassischen Sinn â sondern ein psychologisches Selbstschutz-Manifest. Ein Buch, das nicht nur erklĂ€rt, sondern heilt â indem es Bewusstsein schafft.
Wenn du das Buch bis zum Ende gelesen hast, wirst du spĂŒren, wie deine Energie zu dir zurĂŒckgekehrt ist. Du bist nicht lĂ€nger Zuschauer im Drama eines anderen, sondern ab jetzt die Hauptfigur deines eigenen Lebens. Verstehen ist der erste Schritt zur Freiheit. Und manchmal ist ein schlichtes, liebevolles âNeinâ die gröĂte Form von Selbstliebe.
Möge der Tanz mit dem Narzissten beginnen! đ
Meine Empfehlung fĂŒr all diejenigen, die Narzissmus wirklich verstehen wollen!
Mitja Back gilt nicht zu Unrecht als international fĂŒhrender Narzissmusforscher. Der Persönlichkeitspsychologe beschreibt ein völlig neues, frisches und ermutigendes Bild ĂŒber Narzissmus. Es ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitszug von uns allen. Bei dem einen oder anderen nur mehr ausgeprĂ€gt.Â
In diesem Werk zeigt Mitja Back, warum der Narzissmus Konflikte erzeugt aber auch groĂe Chancen beinhalten kann. Narzissten können nĂ€mlich nicht nur vor den Kopf stoĂen, sondern auch begeistern und andere antreiben.Â
Es sind viele Bereiche, die wir ansprechen können: Angefangen vom Umgang mit Narzissmus oder einer anderen belastenden Störung, aber auch ĂŒber Future Faking, Love Bombing und Gaslighting die immer hĂ€ufiger in unsere Gesellschaft zu beobachten sind.Â
Ich möchte aber nicht nur ĂŒber Fragen sprechen, sondern auch praxisgerechte Lösungen anbieten:
Buchen Sie sich einfach auf meinem Online-Kalender ein Zeitfenster oder nutzen Sie mein klassisches Kontaktformular um mit mir in Verbindung zu treten. Ich freue mich auf Sie. Ihr Marcus