1. Wenn der Keks zerbricht .
Ein Freund erzählte mir folgendes Erlebnis, dass er als kleiner Junge hatte: nach dem Mittagessen verkündete die Mutter den fünf Geschwistern, das sie nun zum Nachtisch die restlichen selbstgebackenen Plätzchen gebe. Danach holte sie die Keksdose und stellte sie auf den Tisch. Jedes Kind wollte zuerst in die Dose Langen, und wie immer war der kleinste mit seinen vier Jahren als letzter an der Reihe. Als er die Dose endlich hatte, war nur noch ein Keks übrig, von dem ein Stückchen fehlte. Er packte es, warf es in einem Anfall von Verzweiflung heulend auf dem Boden und schrie: „mein Keks ist ganz kaputt!“
Es liegt in der Natur des Kindheits – Ichs, Enttäuschung mit Unglück zu verwechseln. Den ganzen Keks kaputt zu machen, nur weil ein Stückchen fehlt oder weil er nicht so groß ist, nicht so rund ist oder nicht so viel Zuckerguss hat wie der Keks eines anderen.
In dieser Familie lebte die Anekdote weiter als Standard-Entgegnung auf andauernde Beschwerden: „was ist los, ist dein Keks kaputt?“
Genau das geschieht, wenn eine Ehe zerbricht.
Die Ehe ist die komplizierteste aller menschlichen Beziehungen. Wenige Verbindungen können so extreme Emotionen erzeugen oder so rasch vom Gipfel höchster Seligkeit hinab stürzen in den kalten Scheidungsgrund, der seelische Grausamkeit heißt. Wer bedenkt, welche enorme Menge an frühkindlichen Daten / Informationen / Erfahrungen jeder Partner durch die ständigen „Einzahlungen“ seines Eltern – ich und seines Kindheits – ich  mit in die Ehe bringt, der erkennt sofort, wie notwendig ein geschultes Erwachsenen – Ich für jeden ist, damit die Beziehung ein Erfolg wird.
Aber die durchschnittliche Ehe wird vom Kindheits – ich geschlossen. !!! Das Kindheits – ich versteht unter Liebe etwas was man fühlt, statt was man tut, und unter Glück etwas, was man sucht, statt ein Nebenprodukt der Arbeit für das Glück eines anderen.
Es gibt leider nur Wenige deren Eltern – ich das Vorbild von einer guten Ehe in Ihrer Kindheits-Familie beobachten konnten.. Viele Menschen haben leider noch nie eine wirkliche Familie gesehen. Sie holen sich ihre Ersatzvorstellung von einer glücklichen Ehe aus Kitschromanen und Sendungen,
Wenn dann die Illusion verfliegt,
dann kommt das Kindheits – ich mit seinem Refrain vom „kaputten Keks“, und alles endet in Scherben. Die Illusion hat nicht gehalten, dass Kindheits – ich ist beleidigt. Die Gefühle des nicht – okay beeinträchtigen das Erwachsenen – ich beider Partner. Und weil sie sich nirgendwo anders abreagieren kann, wenden Sie sich dann gegeneinander.
Man weiß seit langem, dass ein ungefähr gleicher Hintergrund und ungefähr gleiche Interessen bei beiden Partnern die beste Voraussetzung sind für eine gute Ehe.
Doch wenn das Kindheits – ich die Eheplanung übernimmt, werden wichtige Unterschiede oft ignoriert. Ein „lebenslanger Vertrag“, der gelten soll, „bis dass der Tod uns scheidet“ wird auf so banale Dinge gegründet wie
Sicherheit / Vollkommenheit wird
Manchmal ist die einzige Grundlage einer Partnerschaft der gemeinsame Protest unter der falschen Annahme, dass der Feind meines Feindes ist mein Freund sein muss. Zwei gegen den Rest der Welt – eine Schicksalsgemeinschaft…. – wie Bonny & Clyde…
Sie leben in einer gemeinsamen psychischen Störung, beide gefangen in demselben Wahn.  Doch bald werden sie zum Opfer ihres eigenen Gedankenspiels …
Und aus dem Spiel „es sind immer die anderen“ wird zwangsläufig das Spiel „immer du!“.
Bei der Ehe-Vorbereitung und Eheberatung hat sich die Strukturanalyse als Hilfe gezeigt, Ähnlichkeiten und Unterschiede von beiden Partner aufzuzeigen. Mit Ihrer Hilfe lässt sich ein Persönlichkeits-Bild der beiden Verliebten / Verlobten aufstellen, dass nicht nur die offenkundig kundigen Ähnlichkeiten oder Unterschiede aufzeigt, sondern auch gründlicher untersucht, was das Eltern – ich, Erwachsenen – ich und Kindheits – ich jedes Partners enthalten.
Diejenigen, die sich einer solchen Untersuchung unterziehen, nehmen ihre Partnerschaft ernst genug, um zu prüfen, bevor sie sich binden. Doch es kommt auch vor, dass sich einer der Partner allein einer solchen Untersuchung stellt da er noch Zweifel hat – ob der Andere der Richtige ist oder nicht.
Ein Beispiel dafĂĽr ist eine junge Dame die vor kurzem einen Heiratsantrag von einem jungen Mann erhalten hatte, den sie erst seit kurzem kannte.
Ihr Kindheits – Ich fühlte sich ungeheuer von ihm angezogen und doch kamen Zweifel auf, ob eine Partnerschaft mit ihm gut gehen würde. Sie hatte bereits die richtige Anwendung von Eltern – Erwachsenen – Kind – ich gelernt und bat mich um Hilfe bei der Überprüfung dieser Paarbeziehung. Dafür haben wir dann das Eltern – Erwachsenen – Kind – ich von Beiden untersucht.
Es gab da gewisse Elemente von Selbstgerechtigkeit, etwa „Menschen von unserer Art sind die besten.“ Es fanden sich Vorstellung wie: „sage mir, mit wem du gehst und ich sage dir, wer du bist“, und: „tue nichts, was unter deinem Niveau ist.“
Es gab einen großen Fundus an „wie – Mann – Material“:
Ihr Eltern –ich beeinflusste ihr Leben stark, weil die EindrĂĽcke im GroĂźen und Ganzen konsequent waren.Â
Vom Vater kamen ĂĽberhaupt keine Aufzeichnungen zu Wort auĂźer der Einprägung, dass er ein „falscher 50er war –  wie alle Männer“.
Das Eltern-ich des jungen Mannes war so gespalten / gebrochen und widersprüchlich, dass es bei seinen gegenwärtigen Transaktionen keinen kontrollierenden oder modifizierenden und Einfluss auf seine impulsives, vom Kindheits-ich beherrschtes Verhalten ausüben konnte.
Das Eltern-ich des Mädchens und sein eigenes Eltern – ich hatten nicht nur nichts (!)gemein, dass ihre missbilligte das seine von Grund auf.
Für Transaktionen zwischen Eltern-ich und Eltern-ich über irgendein Thema bestand kaum eine Basis. Irgendeine komplementär – Transaktion auf dieser Ebene war praktisch unmöglich
Wir untersuchten dann die Stärke des Erwachsenen-Ichs in Beiden und stellten ihre Interessen-Richtungen fest:
Im Gegensatz davon war das Erwachsen – ich ihres Freundes von seinem Kindheits – ich getrübt. Man könnte sagen, er liess sich von seinen Gefühlen lenken…. Er ließ ich gehen, wie man ihn als kleinen Jungen hatte gehen lassen.
Es zeigte sich klar, dass eine tragende Beziehung von Erwachsenen – ich zu Erwachsen-ich zwischen den beiden von so gut wie nichts unterstützt wurde. Diese Ebene des Miteinanders führte bei ihr zur Enttäuschung und bei ihm zu Langeweile.
– Ihr Kindheits – ich hungerte  nach Zuneigung, (also ein Defizit was ihr vorher nicht so bewusst war) bemĂĽhte sich zu gefallen, war häufig deprimiert und empfindlich gegenĂĽber Kritik die in ihr ein starkes GefĂĽhl von „nicht – okay“ auslösten.
Sie konnte es gar nicht fassen, dass „ein so blendend aussehender Mann“ sich in sie verliebt hatte. Sie hatte nicht viele Freunde gehabt und hielt sich für unattraktiv. Sie meinte, sie sehe nach nichts aus, so dass niemand sie nach einem Treffen wiedererkennen würde.
Der blonde Adonis hatte sie betört, und sie konnte es kaum fassen, wie herrlich es war, geliebt zu werden. Wenn sie mit ihm zusammen war, fühlte sie sich okay wie nie zuvor und das konnte sie nicht ohne weiteres aufgeben.
Sein Kindheits – ich hingegen war aggressiv, selbst bezogen und manipulativ. Er hatte „immer seinen Kopf durchgesetzt“ und das hatte er auch bei ihr vor.
Das war ein Teil des Problems, denn: Â
Im weiteren Verlauf ihrer Beziehung gab es immer weniger Gesprächsstoff. Auf der Ebene des Eltern – Ichs war nichts, auf der Ebene des Erwachsenen – Ichs war wenig, was auf der Ebene des Kindheits- ich’s vorhanden war, führte zu ernsten Störungen im Eltern –ich des Mädchens.
Die Beziehung spielte sich schließlich auf ein Eltern – ich und Kindheits – ich – Muster ein, wobei sie (!) Die Rolle des verantwortungsvollen und kritischen Elternteils übernahm und er (!) Die Rolle des manipulativen, ausprobierenden Kindes, womit er seine ursprüngliche Kindheits-Situation wiederholte.
Diese Eltern – Erwachsenen-Kindheits – Auslotung war und ist etwas ganz anderes als ein oberflächlicher Urteilsspruch darüber, wie „gut“ oder „schlecht“ jeder Partner war.
Es handelte sich um die Suche nach objektiven Daten über beide in der Hoffnung, die Art der künftigen Beziehung möglichst zuverlässig Voraus zu sagen.
Nach intensiver Untersuchung ihrer Beziehung durch die Transaktionsanalyse beschloss das Mädchen, ihre Beziehung zu dem jungen Mann aufzugeben die keinem von beiden viel Glück versprach.
Sie kam auch zu der Einsicht, dass ihr „nicht okay – Kindheits – ich“ empfänglich war für Annäherungsversuche von Männern, die „weniger waren als sie“, weil sie das Gefühl hatte, für einen „richtig netten Mann“ nicht gut genug zu sein.
Sie stellte nicht nur fest, warum die jetzige Beziehung nicht komplementär war, sondern entdeckte auch, was sie wirklich in einem Mann suchte. Und künftig ging sie nicht von ihrer Grundanschauung „ich bin nicht o. k.“ aus, sondern von ihrer neugewonnenen Selbst-Achtung.
Nicht alle Beziehungen sind so klar gegensätzlich wie diese. Sie hatte ein starkes Eltern – ich und er ein schwaches. Es gibt viele Fälle, in denen beide Partner ein starkes Eltern –ich haben, allerdings mit unterschiedlichem und häufig gegensätzlichen Inhalt.
Dazu gehören zum Beispiel unterschiedliche religiöse und kulturelle Aufzeichnungen die zu ernsten Schwierigkeiten führen, wenn jeder Partner sich gezwungen fühlt, an den ungeprüften Anweisungen seines Eltern – ich
Manchmal wird dieser Unterschied zu Beginn einer Ehe überspielt, doch wenn später Kinder kommen, treten diese umso heftiger wieder empor. Auch wenn ein Muslim im Voraus damit einverstanden ist, dass seine Kinder entsprechend christlich erzogen werden, bedeutet das nicht, dass ihn dieser Entschluss später nicht sehr zu schaffen machen kann.
Hier geht es um das Gefühl, dass „meine Religion besser ist als deine“ und damit „meine Leute besser sind als deine“, was bald reduziert wird auf die Formel: „ich bin besser als du.“
Das soll nicht heißen, Schwierigkeiten diese Art könnten nicht gelöst werden, doch das setzt bei jedem Partner ein geschultes Erwachsenen – ich voraus, dass auf der Basis von „ich bin okay – du bist okay“ vorgeht.
Im Idealfall werden diese Unterschiede vor (!) Der Heirat festgestellt.
Welche Möglichkeiten gibt es denn überhaupt für einen Wiederaufbau oder die Rettung einer Ehe, die ohne die Absicherung einer derartigen Vor-Analyse geschlossen wurde?
Da es nie 2 Menschen gibt, die genau gleich sind, ist der Gedanke vollkommener Vereinbarkeit illusorisch. Vielleicht lässt sich das Problem am besten durch einen Vergleich der Schwierigkeiten darlegen:
Man kann nicht auf der Basis starrer absoluter Forderungen vorgehen wie etwa: „Scheidung ist immer falsch“, weil es auch um andere Prinzipien geht, die ebenfalls bedacht werden müssen.
Wenn man z.B. darauf besteht, dass eine Frau mit einem grausamen und brutalen Mann weiterlebt, dann setzt man die Bedeutung der MenschenwĂĽrde herab zugunsten der Strafe: wie man sich bettet, so liegt man….Â
Wer andererseits darauf besteht, dass ein Mann weiterhin eine faule, gehässige Frau ernährt, die jeglichen Anteil am Scheitern ihrer Ehe leugnet, setzt die gleichen Prinzipien der Menschenwürde herab.
Das alles soll nicht heiĂźen, dass wir das Prinzip der Ehe als einer dauerhaften Verbindung nicht mehr aufrechterhalten können. Doch wir dĂĽrfen darin keine Ermächtigung sehen, Menschen in einen Käfig zu locken, der sie fĂĽr immer gefangen hält – nicht durch moralische, sondern durch eine juristische Verpflichtung.
Manchmal überprüfen Menschen erst dann ihre Ehe, … wenn die Scheidung sich ankündigt. Dann stellen sich die vergleichbaren Schwierigkeiten heraus, und die armen Menschen fangen an zu begreifen, vor welch schwerer Wahl sie nun stehen.
Eine unglĂĽckliche Ehe kann das Leben einer lustig, geschiedenen Frau oder des fröhlichen Junggesellen wunderbar erscheinen lassen.Â
Aber eine spontane Entscheidung zur Scheidung ohne eine grĂĽndlichen PrĂĽfung aller Konsequenzen, kann zu noch größerer Verzweiflung fĂĽhren:Â
Das Erwachsenen – ich muss diese Situation mit allen Realitäten berĂĽcksichtigen.Â
Dann muss die Ehe auch selbst einmal untersucht werden:
Leider ist häufig nur ein einzelner Partner bereit, diese Untersuchung der Ehe durchzuführen, weil eines der „beliebtesten“ Spiel in der Ehe: „immer du“ heißt. Wenn nun lediglich ein Partner zur Therapie kommt und das Eltern-Erwachsenen-Kindheit-ich lernt kann man sich darauf konzentrieren, wie man das Erwachsenen-ICH des Partners ködern“ könnte um ihn dafür zu interessieren, ebenfalls diese Therapie-Sprache zu lernen.
Denn nur auf der Basis eine gemeinsame Sprache kann sich irgendetwas auf der Ebene des Erwachsenen-ich beider Partner entwickeln. Wenn ein Partner die Beteiligung daran verweigert, sind die Chancen für die Rettung der Ehe äußerst gering.
Aber andererseits, wenn beide daran interessiert sind an ihrer Ehe zu arbeiten, dann gibt es durch die Transaktionsanalyse ein Werkzeug, mit dem sich beide von den Anweisung des Eltern – ich (aus frühester Kindheit) und von inzwischen festgefahrenen Spielmustern lösen können.
Wenn sie dann einmal die Sprache gelernt haben, untersuchen Sie als erstes die Ehe – Versprechungen. Die gewöhnliche Ehe – Versprechungen ist schlecht, oft nur ein  halbe-halbe –Geschäft, die Betonung liegt hier eher auf einer Art Buchhaltung: was bringst du mit in die Ehe und was bringst du mit in die Ehe? „Er ist ein Aktivposten. Er bringt eine gehobene Position in der Firma mit, und sie verkauft sich als Chanel – duftendes und Gucci tragendes Display
So werden aus zwei eigenständigen Menschen „Dinge“ auf einem Konkurrenzmarkt. Sie müssen diese halbe-halbe-Sache weiterführen oder sie gehen pleite….. Solch eine Vereinbarung trifft das Kindheit-ich.
Das Kindheits– ich, dass ein liebesbedürftiges Wesen ist, kann die Liebe so nicht sehen. Aber: das Erwachsenen – ich kann es dafür umso mehr!
In der heutigen Welt gibt es nur sehr wenige, die in der Lage sind, ihre Liebe einzusetzen und sich selbst völlig und ganz zu geben. Das ist die Spätfolge des anhaltenden und überwältigenden Einflusses der Lebensanschauung: „ich bin nicht okay – du bist okay“ im kleinen Kind.
Diese Grundanschauung hat in jedem bestanden! Wir dürfen nicht vergessen, wie der kleine Mensch sich früh im Leben von dieser Last versucht hat zu befreien durch die ursprünglichen Spiele: „meins ist besser“ und „ich habe mehr“.
Ein Ehepaar, dass eine Ehe retten will, muss gemeinsam das Erwachsenen-ich trainieren , damit sowohl das „ nicht-OK“ im Kindheits-ich wie der Konfliktstoff im Eltern-ich untersucht werden kann, wieso diese Daten aus der Kindheit weiterhin dominieren und ihre Beziehung ruinieren. Einer der häufigsten Liebestöter ist das starre Dogma: „so bin ich eben – versuche nicht, mich zu ändern“ Wer darauf besteht: „ich bin ein Morgenmuffel“ der macht seine Natur für seine Fehler verantwortlich und nicht seine Fehler für seine Natur.
Die „Morgenmuffel-Masche“ ruiniert bei vielen Familien jeden Morgen. Denn der schönste Teil des Tages könnte viel mehr sein als diese Kakophonie wenn die Kinder maulend und in die Schule gehen, der Mann zur Arbeit hetzt und die Mutter sich betrogen fühlt weil sie ihr unfreiwilliges Publikum verloren hat.
Niemand braucht ein Morgenmuffel oder überhaupt ein Muffel sein denn er hat die Wahl, sobald sein Erwachsenen – ich emanzipiert ist.
Die Liebe in der Ehe erfordert die Freiheit des Erwachsenen – ich das Eltern – ich zu untersuchen, es am heute zu messen, es entweder zu akzeptieren oder zu verwerfen und gleichzeitig die Einstellung des Kindheits – ich und seine ärgerlichen Kompensationsversuche (die Spiele) zu überprüfen.
Diese Spiele hat es ja nur erfunden, um die Last des „nicht– Okay“ zu leugnen, zu überwinden oder abzuwerfen.
Das Leben vieler Paare ist ein kompliziertes Drama aus Spielen, in welchen aufgestauter Groll und giftiger Hass ständig Variationen von Spielen inszenieren wie: Tumult/immer du/genau wie dein Vater/wenn du nicht wärst, dann könnte ich.
Diese Spiele entstehen alle aus dem ersten Spiel unserer frĂĽheren Kindheit: „meins ist besser“. Dieses erste Spiel hatte nur ein Ziel: die Angst, betrogen zu werden zu ĂĽberwinden. Jeder Partner muss bereit sein, seine Mitschuld an den Schwierigkeiten in der Ehe einzugestehen!Â
Die Sichtweise „immer du“ ist falsch!!!Â
Wenn der Ehemann 10 Jahre lang brutal gewesen ist und seine Frau das 10 Jahre lang ertragen hat, dann hat auch sie auf ihre Weise dieses Ăśbel gefördert. Mitläufer sind niemals ohne Schuld. Wenn jeder Partner sich weigert seine mit Schuld an zu erkennen, dann gibt es wenig Hoffnung auf Ă„nderung.Â
Dies können wir in der Praxis immer wieder beobachten: Andauernd ist es der ewig gleiche Kampf – die eigene Schuld am Bösen wahrzunehmen.Â
Geben wir es doch zu: Es ist viel angenehmer, die Welt in komplett unschuldige Opfer und böse Anstifter der Gewalt einzuteilen welche wir überall um uns herum sehen.
“Keiner darf an meiner (!) Unschuld kratzen.”
Aber was ist der unschuldigste Ort auf der Welt? Eigentlich das Irrenhaus! Dort sind die wirklich Unschuldigen unserer Gesellschaft.Â
Aber warum ist das so unerträglich eine Mitschuld zu haben? Dieses „unerträgliche Gefühl“ wird verständlich, wenn man bedenkt, dass das Eingeständnis der Mitschuld zu der Last des „nicht – okay“ die das Problem überhaupt erst verursacht hat, eine zweite Last (die der Schuld) noch oben drauf gepackt wird.
Wenn wir dies durch die  Strukturanalyse verstanden haben zeigt sich ein Ausweg aus diesem Dilemma der Unmöglichkeit der Änderung ohne das Eingeständnis der Mitschuld und deren Folgen Denn es ist ein Unterschied (wie) wir einen Menschen mit seinen Taten konfrontieren.
Wer sagt:  „du bist immer schlecht gelaunt, schwierig, reizbar und du schadest deiner Ehe“ der verschärft die „nicht – okay – Anschauung“ und erzeugt damit Gefühle, das Gegenüber noch reizbarer, launischer und schwieriger macht. Das Problem wird dadurch größer
Wenn man aber andererseits mitfühlen sagen kann:“ „es ist dein Kindheits – ich mit seinem „nicht – okay“ dass dir ständig Ärger macht, der objektiviert das Dilemma und gibt dem anderen die Möglichkeit, sich nicht als Versager, sondern als eine Kombination aus positiven und negativen Erfahrungen von früher die nun die Schwierigkeiten verursachen zu sehen.
Hinzukommt, dass wir durch die Strukturanalyse die Wahl haben,
Wichtig ist die Erkenntnis dass jeder einen Anteil an den gemeinsamen Problemen hat. Dies ist ein Ziel der Strukturanalyse. Wer das nicht erkennt, verfällt trotz des Wissens der Strukturanalyse zu ganz neuen Spielen wie zum Beispiel:
Diese setze werden dann zu sarkastischen und sadistischen Beschimpfungen in einem völlig neuen Spiel: „Spiele – benennen“
Diesen wichtigen Gedanken mĂĽssen sich Paare zu eigen machen, welche eine Therapie anfangen und etwas wertvolles aus ihrer Ehe machen wollen.Â
Dabei kommt eine wichtige neue Frage auf: Wenn wir gemeinsam mit dem Spielen aufhören – was machen wir dann? Was gibt es sonst? Was fängt man mit einem emanzipierten Erwachsenen – ich an?
Ein Schiff ohne Ziel treibt in der Strömung mal hierhin und mal dorthin.  Es verhält sich genau wie das Meer rings um. So sind auch viele Ehen. Sie halten sich zwar über Wasser, haben aber kein Ziel.
Bei Entscheidungen ist für Sie die wichtigste Frage: was tun die anderen? Sie passen sich in ihrer Kleidung, Wohnung, Kinder Erziehung, in ihren Werten und ihrem Denken ihrer gesellschaftlichen Umgebung an. Ihre Richtschnur ist: „so lange andere das tun, muss es ja in Ordnung sein“.
Wenn „Mann“ eine bestimmte Art von Luxus Autos kauft, dann kaufen Sie sich auch solch einen Wagen selbst wenn die Kosten ihr Konto überziehen. Sie haben sich keine eigenen unabhängigen Wertmaßstäbe aufgebaut und deshalb sind am Ende oft ihre Träume und auch das Geld verflogen
Nur das Erwachsenen – ich kann NEIN (!) sagen, wenn das Kindheits – ich um etwas Größeres, besseres und um mehr bettelt damit es sich „mehr okay“ fühlt.
Nur das Erwachsenen – ich kann die Frage stellen: „Wenn dich fünf paar Schuhe glücklich machen, werden dich dann zehn paar doppelt so glücklich machen?“
In der Regel bringt jedes Mehr an materiellen Besitz weniger Freude als der vorherige Kauf.
 Wenn man Freude messen könnte, ergebe sich wohl, dass ein neues paar Schuhe ein Kind glücklicher macht als ein neuer Wagen einen erwachsenen Mann. Das erste Auto macht glücklicher als das zweite und das zweite glücklicher als das dritte.
Das Kindheits – ich in uns braucht alles bĂĽndelweise – wie am Weihnachtsabend das Kind zwischen Bergen von Geschenken steht und ruft: „ist das alles?“ Wenn das Erwachsenen – ich die wirklichen (1) Lebensumstände der Familie prĂĽft, kann es abschätzen, ob der Kauf einer Sache die Rechnung / die SparmaĂźnahmen auf anderem Gebiet wert ist oder nicht (gemessen am „Freudenertrag“).Â
Das Erwachsenen – ich kann entscheiden ob die Ausgaben für ein Hobby realistisch ist. Wenn ja, dann ist es nur ein harmloser Spaß. Wenn das Hobby jedoch die Familie ruiniert (zum Beispiel das Sammeln von Häusern, Sportwagen und teuren Uhren / Schuhen ect….) dann wird das Erwachsen –ich das Kindheits- ich an die Leine nehmen müssen.
Entscheidungen über Hobbys, Besitz, wo man lebt und was man kauft müssen entsprechend den Werten und realistischen Überlegungen gefällt werden, die in jeder Ehe anders sind. Wenn aber die Ehe keine Ziele hat, ist es schwierig sich auf Entscheidungen zu einigen.
Ein Ehepaar wird während der Therapie / Schulung lernen, den Unterschied zwischen Eltern – ich / Erwachsenen – ich und Kindheits – ich zu erkennen, doch es kreuzt noch immer im gleichen gesellschaftlichen Fahrwasser.
Aber wenn es kein bestimmtes Ziel anpeilt, wird es trotz allem Navigieren nur ein Spielball der Wellen bleiben, ausgeliefert dem ewigen auf und ab der Spiele und Spielchen.
 Wer gegen den Strom an Segeln will, darf kein Sonntags-Segler sein. Er muss ein Schiff kennen, den Kurs wissen wie man einschlagen muss um durch Wind und Wellen die Hafen anzusteuern, den das Erwachsenen – ichÂ
Entweder entscheiden sich die Menschen für einen neuen Kurs, oder sie lassen sich weiterhin treiben. Die schönsten Seekarten helfen da wenig.
An diesem Punkt wird es fĂĽr den Kurs eine Ehe wichtig, die eigenen WertmaĂźstäbe zu ĂĽberdenken.Â
Mann und Frau mĂĽssen gemeinsam untersuchen, was ihnen wichtig ist.
Solche Fragen können am Anfang zu einer starken Verwirrung führen, wenn sie nicht vom Erwachsenen – ich gestellt werden. Es genügt nämlich nicht, die Eltern – ich-Meinung jedes Partners zu diesen Fragen zu kennen. Es genügt nicht, die Bedürfnisse und Gefühle des Kindheits – ich in jedem zu kennen.
Wenn die Daten von Eltern – ich oder Kindheits – ich nicht über einstimmen (was ist logischerweise in 100 % der Fälle nicht tut) muss es ein für beide Eheleute verbindliches Grundgesetz geben, dass den Kurs ihrer Ehe bestimmt und der Maßstab ist für alle ihre Entscheidungen die gefällt werden müssen.
Es gibt das Sprichwort: „Liebe bedeutet nicht einander anzuschauen, sondern zusammen in die gleiche Richtung zu sehen.“ Eltern – ich und Kindheits – ich jedes Partners können große Meinungsverschiedenheiten wieder aufleben lassen. Nur durch das Erwachsenen – ich ist eine Annäherung möglich!
Doch das Ziel in der „gleichen Richtung)“ kann nicht ohne moralische und ethische Überlegungen festgesetzt werden. Wenn ein Ehepaar bei der Suche: „was machen wir jetzt?“ In eine Sackgasse geraten ist, dann kann man sich fragen: „was wäre die liebevolle Möglichkeit?“
Mit dieser wichtigen Frage überschreiten wir dann nämlich die Grenzen wissenschaftlicher Wahrheitsfindung und betreten das Reich anderer geistiger / moralischer Möglichkeiten, wo wir etwas Besseres erlangen können als was wir bisher hatten.
In einem späteren Beitrag, wenn es um moralische Werte und die Strukturanalyse geht, werde ich hierauf etwas tiefer eingehen!
Es sind viele Bereiche, die wir ansprechen können: Angefangen vom Umgang Borderline oder einer anderen belastenden Störung, aber auch ĂĽber Future Faking, Love Bombing und Gaslighting die immer häufiger in unsere Gesellschaft zu beobachten sind.Â
Ich möchte aber nicht nur über Fragen sprechen, sondern auch praxisgerechte Lösungen anbieten:
Buchen Sie sich einfach auf meinem Online-Kalender ein Zeitfenster oder nutzen Sie mein klassisches Kontaktformular um mit mir in Verbindung zu treten. Ich freue mich auf Sie. Ihr Marcus
Thomas Harris (Facharzt und Professor fĂĽr Psychiatrie) hatte mit Eric Berne die Transaktionsanalyse begrĂĽndet und auch in der Praxis immer wieder erprobt. Wo Eric Berne sehr in der Theorie aufgeht, erklärt uns Thomas Harris in einer sehr lebendigen Art und Weise, dass die Transaktionsanalyse in unserem Alltag einen wichtigen Beitrag leisten kann. Hier sind Themen wie Kindererziehung, Ehe, Depression und andere psychische Probleme, Gewaltfreie Kommunikation, Spannungen durch Religion und Kultur die Grundlage seiner Studien.Â
Ein tolles Buch zur Selbstreflexion. Ich vergleiche es sehr gerne mit einem SchlĂĽssel um das Schloss der eigenen Handlungsrituale zu öffnen. Mit diesem Buch werden die “DrehbĂĽcher des eigenen Verhaltens” sichtbar.