Die 36 Strategeme der chinesischen Kriegslisten – Zwischen Strategie und Philosophie

Einleitungsvortrag – Warum alte Strategien uns heute mehr ĂŒber uns selbst verraten, als uns lieb ist

Auftakt zur Vortragsreihe – 36 Strategeme in 36 VortrĂ€gen

 

Die 36 Strategeme im Spiegel von Stoizismus und Philosophie

 

Warum dieses Thema – und warum jetzt?

Stell dir folgende Szene vor. Du sitzt in einem GesprĂ€ch mit einem Freund, deinem Partner. Es geht hierbei um etwas AlltĂ€gliches – die Urlaubsplanung, die Aufteilung der Aufgaben, vielleicht um Geld.

Und irgendwann merkst du: Es geht gar nicht mehr um den Urlaub oder das angesprochene Thema.

Es geht nur noch um Kontrolle. Es geht darum, wer bestimmt und wer am Ende nachgibt. Wer also das letzte Wort hat.

Das Thema ist der Vorwand – die eigentliche Verhandlung findet auf einer anderen Ebene statt.

Oder eine andere Szene: Ein Kollege prĂ€sentiert in der Besprechung eine Idee – und du erkennst darin deinen eigenen Vorschlag von letzter Woche, leicht verĂ€ndert, unter seinem Namen.

Erst einmal sagst du noch nichts. Aber du merkst, wie sich etwas in dir verschiebt. Nicht Wut – etwas Stilleres. Die Erkenntnis, dass hier ein Spiel gespielt wird. Und dass du gerade nicht der Spieler bist, sondern eine Marionette / eine Figur.

Solche Momente kennt jeder: In der Partnerschaft, im Beruf, in der Familie, in Verhandlungen, in Freundschaften.

Momente, in denen du spĂŒrst: Hier passiert mehr, als auf der OberflĂ€che zu sehen ist. Hier wirken KrĂ€fte – Macht, Taktik, Berechnung, vielleicht auch Angst –, die nicht offen ausgesprochen werden. Und die Frage, die sich in solchen Momenten stellt, ist immer dieselbe: Was passiert hier wirklich? Und wie gehe ich damit um?

Genau darum geht es in dieser Vortragsreihe. Nicht um Tricks. Nicht um Manipulation. Sondern um die FĂ€higkeit, die Muster zu erkennen – die Muster der anderen und die eigenen. Und um die innere Haltung, die es braucht, um in diesen Mustern nicht unterzugehen, sondern wach, klar und aufrecht zu bleiben.

Denn wir alle spielen Spiele. Nicht weil wir schlechte Menschen wĂ€ren – sondern weil Macht, Einfluss und Strategie zur menschlichen Grundausstattung gehören. Das Kind, das lernt, wann Weinen hilft und wann LĂ€cheln besser funktioniert, wendet bereits Strategie an. Die FĂŒhrungskraft, die weiß, wann sie laut werden muss und wann Schweigen wirksamer ist, tut es ebenso. Die Frage ist nie, ob wir strategisch handeln – die Frage ist, ob wir es bewusst tun oder unbewusst, ob wir es reflektiert tun oder impulsiv, ob wir es ethisch tun oder rĂŒcksichtslos.

Wir werden eine Reise unternehmen – sechsunddreißig VortrĂ€ge lang –, die uns von der Ă€ltesten strategischen Sammlung der Welt ĂŒber die Stoiker des antiken Rom bis zur modernen Psychologie fĂŒhrt. Und die Frage, die uns dabei begleiten wird, lautet: Was verraten alte Strategien ĂŒber das, was wir heute in unseren Beziehungen, unseren Konflikten und unserer SelbstfĂŒhrung erleben?

Die 36 Strategeme – ein Spiegel, kein Werkzeugkasten

Die 36 Strategeme sind eine Sammlung chinesischer Kriegslisten, deren UrsprĂŒnge bis in die Zeit der Streitenden Reiche zurĂŒckreichen – also rund 2.500 Jahre. Die Sammlung, wie wir sie heute kennen, wurde vermutlich in der Ming- oder Qing-Dynastie zusammengestellt und erst 1941 durch einen Zufallsfund auf einem Flohmarkt in Sichuan wiederentdeckt. Sie ist kein philosophisches Werk im westlichen Sinne – sie ist eine Sammlung von Handlungsmustern, destilliert aus Jahrhunderten politischer, militĂ€rischer und zwischenmenschlicher Erfahrung.

 

Was die Strategeme so faszinierend macht, ist ihr Denkstil.

Es ist ein Denken, das nicht frontal angreift, sondern umgeht. Das nicht fragt: „Wie bin ich stĂ€rker?” – sondern: „Wie nutze ich die Situation, wie sie ist?”

Es ist ein Denken der Indirektheit, der KontextsensibilitÀt, der Geduld.

Ein Strategem wie „Im Osten lĂ€rmen, im Westen angreifen” beschreibt das Prinzip der Ablenkung – nicht als moralische Empfehlung, sondern als Beobachtung: So funktionieren Menschen. So funktionieren Konflikte. So funktioniert Macht. Ein anderes – „Das Brennholz unter dem Kessel wegnehmen” – beschreibt das Prinzip, einem Problem nicht direkt zu begegnen, sondern ihm die Grundlage zu entziehen. Nicht den Konflikt gewinnen – sondern dafĂŒr sorgen, dass er gar nicht erst eskaliert.

Ich nutze die Strategeme in dieser Reihe nicht als Anleitung zum Manipulieren. Ich nutze sie als Spiegel. Als einen Spiegel, in dem du die Muster erkennst, die in deinen Beziehungen, deinen Konflikten und deinem eigenen Verhalten wirken – oft ohne dass du es merkst. Und dann halte ich diesem Spiegel ein Licht entgegen: den Stoizismus, die westliche Philosophie und die psychologische Praxis. Damit du nicht nur siehst, was passiert – sondern auch beurteilen kannst, wie du damit umgehen willst.

Die sechs Gruppen – die Architektur der Reise

Die 36 Strategeme sind in sechs Gruppen zu je sechs Strategemen geordnet. Diese Ordnung ist nicht zufĂ€llig – sie beschreibt einen Bogen vom Handeln aus der Position der StĂ€rke bis zum Handeln in der Ă€ußersten Not. Und in unserer Reihe habe ich jede Gruppe mit einer inneren Disziplin verknĂŒpft, die ĂŒber die Taktik hinausgeht. Zusammen bilden diese sechs Disziplinen eine Reise der inneren Reifung – eine Reise, die mit dem Sehen beginnt und mit dem Loslassen endet.

Gruppe I – die Strategeme der Überlegenheit – handelt von der Disziplin der Wahrnehmung. Hier geht es um die Frage: Siehst du, was wirklich vor dir liegt – oder nur das, was du sehen willst? Um Ablenkung und Tarnung, um den Unterschied zwischen OberflĂ€che und Tiefe. Im Alltag: Erkennst du, wenn jemand ein GesprĂ€ch lenkt, ohne dass du es merkst? Erkennst du, wenn du selbst dich tĂ€uschen lĂ€sst – von Charme, von Routine, von der eigenen Bequemlichkeit?

Gruppe II – die Strategeme der Konfrontation – bringt die Disziplin des Verstehens. Nicht nur sehen, was geschieht – sondern begreifen, warum. Was treibt den anderen an? Welche Motive, welche Ängste, welche BedĂŒrfnisse stehen hinter dem Verhalten? In der Paartherapie ist das eine der entscheidendsten FĂ€higkeiten: nicht auf das reagieren, was der Partner sagt – sondern verstehen, was er meint.

Gruppe III – die Strategeme des Angriffs – fordert die Disziplin des Handelns. Hier geht es um den Mut, aktiv zu werden. Zu konfrontieren, zu opfern, den Kern eines Problems zu finden und ihn anzupacken. Nicht reaktiv, nicht abwartend – sondern mit Klarheit und Entschlossenheit. Im Beruf: den schwierigen Kunden ansprechen, statt ihn zu umgehen. In der Familie: das Thema auf den Tisch legen, das alle vermeiden. In der SelbstfĂŒhrung: aufhören, um das Problem herumzureden, und anfangen, es zu lösen – auch wenn das unbequem ist.

Gruppe IV – die Strategeme der Verwirrung – lehrt die Disziplin der Orientierung. Was tust du, wenn die Kategorien verschwimmen? Wenn du nicht mehr weißt, wer Freund ist und wer Feind? Wenn die Grenzen zwischen Hilfe und Kontrolle, zwischen NĂ€he und Vereinnahmung unscharf werden? Diese Gruppe handelt von der FĂ€higkeit, in der Verwirrung einen inneren Kompass zu bewahren.

Gruppe V – die Strategeme der TĂ€uschung – bringt die Disziplin der Wahrhaftigkeit. In einer Welt voller Fassaden, Masken und Rollen liegt die grĂ¶ĂŸte StĂ€rke darin, echt zu sein. Nicht naiv echt – bewusst echt. Diese Gruppe fragt: Wo in deinem Leben spielst du eine Rolle, die nicht mehr zu dir passt? Wo verwechselst du die BlĂŒten mit dem Stamm – den Schein mit der Substanz? Wo hast du die Balken deines Lebens durch morsche Pfosten ersetzt, ohne es zu bemerken?

Und Gruppe VI – die Strategeme der Niederlage und des RĂŒckzugs – vollendet die Reihe mit der Disziplin der Annahme. Die schwerste aller Disziplinen. Die FĂ€higkeit, zu erkennen, wann ein Kampf verloren ist. Wann Gehen klĂŒger ist als Bleiben. Wann Loslassen mehr Mut erfordert als Festhalten. Diese Gruppe endet mit Strategem Nr. 36: „Weglaufen ist das beste Strategem” – und es ist kein Zufall, dass die gesamte Sammlung mit dem RĂŒckzug schließt.

Sechs Gruppen. Sechs Disziplinen. Ein Weg, der mit dem Sehen beginnt und mit der Freiheit endet, das Unvermeidliche anzunehmen. Wahrnehmung. Verstehen. Handeln. Orientierung. Wahrhaftigkeit. Annahme. Das ist die Architektur dieser Reihe – und sie ist weit mehr als eine AufzĂ€hlung von Taktiken. Sie ist eine Schule der inneren Reifung.

Die drei Spiegel – Stoizismus, Philosophie und Psychologie

Jedes der 36 Strategeme wird in dieser Reihe durch drei Spiegel betrachtet. Nicht um das Strategem zu verurteilen oder zu feiern – sondern um es zu verstehen. Um zu sehen, was es ĂŒber den Menschen verrĂ€t: ĂŒber seine StĂ€rken, seine SchwĂ€chen, seine Muster.

Der erste Spiegel ist der Stoizismus. Epiktet, Seneca, Mark Aurel – drei Denker, die vor rund zweitausend Jahren lebten und deren Einsichten so aktuell sind, als wĂ€ren sie gestern geschrieben. Der Stoizismus fragt nicht: „Wie gewinne ich?” Er fragt: „Was fĂŒr ein Mensch will ich dabei sein?” Er lehrt die Kontrolle des eigenen Urteils, die Unterscheidung zwischen dem, was in meiner Macht liegt, und dem, was es nicht ist. Er lehrt Gelassenheit – nicht als GleichgĂŒltigkeit, sondern als StĂ€rke. Und er lehrt Selbstdisziplin – nicht als HĂ€rte, sondern als Freiheit. Mark Aurel war der mĂ€chtigste Mann der antiken Welt – und er schrieb sich jeden Abend Erinnerungen, demĂŒtig zu bleiben. Epiktet war ein Sklave – und er lehrte seine Herren, was wahre Freiheit bedeutet. Seneca war einer der reichsten MĂ€nner Roms – und er ĂŒbte sich darin, auf hartem Boden zu schlafen, um vom Verlust unabhĂ€ngig zu werden. In unserer Reihe stĂŒtze ich mich auf neun deutschsprachige Werke von Ryan Holiday, die den Stoizismus in eine moderne, zugĂ€ngliche Sprache ĂŒbersetzen – darunter „Der tĂ€gliche Stoiker”, „Dein Hindernis ist dein Weg”, „Dein Ego ist dein Feind”, „Disziplin”, „Mut” und „Weisheit”. Der Stoizismus bildet in dieser Reihe das ethische Gegengewicht zur taktischen Logik der Strategeme. Er ist der Anker, der verhindert, dass das Wissen um Strategie in Zynismus umschlĂ€gt.

Der zweite Spiegel ist die westliche Philosophie – und hier kommen in jedem Vortrag drei Denker zu Wort. Aristoteles, der nach der Tugend fragt: Ist diese Handlung Ausdruck eines guten Charakters? Ist sie klug – nicht nur wirksam, sondern auch weise? Kant, der nach der Pflicht fragt: Darf ich so handeln? Behandle ich den anderen als Zweck – oder benutze ich ihn als Mittel? Und Nietzsche, der nach der Kraft fragt: Handele ich aus StĂ€rke – oder aus SchwĂ€che? Aus Überzeugung – oder aus Ressentiment? Diese drei Philosophen liefern keine einheitliche Bewertung. Sie widersprechen sich oft. Und genau das macht sie so wertvoll – denn aus der Reibung zwischen ihren Perspektiven entsteht die Art von Erkenntnis, die du in keinem einzelnen System findest.

Der dritte Spiegel ist die psychologische Praxis. Ich arbeite seit Jahren in den Bereichen Borderline-Therapie, Paartherapie, Mediation und Traumatherapie. Und ich kann dir sagen: Die Strategeme der alten Chinesen begegnen mir jeden Tag.

In der Paartherapie, wo ein Partner „Im trĂŒben Wasser fischen” spielt – den Konflikt eskaliert, um den anderen zu destabilisieren.

In der Mediation, wo ein GeschĂ€ftspartner „Den Weg durch das Reich Guo borgen” anwendet – Hilfe anbietet, die nicht loslĂ€sst, bis die AbhĂ€ngigkeit total ist.

In der Traumatherapie, wo ein Klient „Den VerrĂŒckten spielen” gelernt hat – sich schwĂ€cher zeigen, als er ist, weil das die einzige Überlebensstrategie war, die in seiner Kindheit funktionierte.

Jeder Vortrag enthĂ€lt deshalb ein konkretes Fallbeispiel aus der therapeutischen oder beraterischen Praxis – verĂ€ndert und anonymisiert, aber aus dem echten Leben. Denn die Strategeme sind keine abstrakten Konstrukte. Sie sind Beschreibungen dessen, was zwischen Menschen passiert. Jeden Tag.

Was verbindet – und was trennt

Wenn man die vier Perspektiven – Strategeme, Stoizismus, westliche Philosophie und Psychologie – nebeneinander stellt, fĂ€llt zunĂ€chst auf, was sie verbindet. Alle vier beschĂ€ftigen sich mit Mustern menschlichen Verhaltens. Alle erkennen die Kraft von Wahrnehmung und Urteilsvermögen. Alle wissen um die zentrale Rolle von Macht, Konflikt und Beziehung im menschlichen Leben. Und alle teilen eine Grundeinsicht: Der Mensch handelt selten so rational, wie er glaubt.

Aber die Unterschiede sind ebenso wichtig – und sie zu verwischen wĂ€re intellektuell unredlich. Die Strategeme sind eine taktisch-pragmatische Handlungslogik. Sie fragen: Was funktioniert? Wie gewinne ich? Wie ĂŒberlebe ich? Sie sind wertfrei im strengen Sinne – ein Werkzeug, das du zum Guten oder zum Schlechten nutzen kannst. Der Stoizismus hingegen ist eine ethische Lebensschule. Er fragt nicht: Was funktioniert? – sondern: Was ist richtig? Nicht: Wie gewinne ich? – sondern: Wie bewahre ich meine innere Freiheit? Die westliche Philosophie liefert die systematische Reflexion ĂŒber Moral, Pflicht und Charakter – die Werkzeuge, um ethische Urteile zu begrĂŒnden, nicht nur zu fĂŒhlen. Und die Psychologie erklĂ€rt, versteht, heilt – sie fragt: Warum tun Menschen, was sie tun? Und wie können sie es Ă€ndern, wenn es ihnen schadet?

Die zentrale Spannung, die sich durch die gesamte Reihe zieht, lĂ€sst sich auf drei Gegensatzpaare verdichten: Ă€ußere Taktik versus innere Haltung. Strategische Intransparenz versus therapeutische Transparenz. Manipulation versus Reifung. Diese Spannung ist kein Problem, das aufgelöst werden muss – sie ist der Motor der Reihe. Denn die interessantesten Erkenntnisse entstehen nicht dort, wo alles ĂŒbereinstimmt, sondern dort, wo die Perspektiven aneinander reiben.

WofĂŒr diese Reihe steht – ein ethischer Rahmen

Bevor wir in die 36 VortrĂ€ge einsteigen, möchte ich eines klarstellen: Diese Reihe dient nicht der Förderung manipulativen Verhaltens. Ich erzĂ€hle dir nicht, wie du andere ĂŒbervorteilen kannst. Ich zeige dir, wie Übervorteilen funktioniert – damit du es erkennst, wenn es dir geschieht. Und damit du die Wahl hast, ob du mitspielen willst oder nicht.

Die Chancen dieser Reihe sind real: bessere Menschenkenntnis, schĂ€rfere Konfliktkompetenz, wirksamer Selbstschutz, klareres strategisches Denken und – vielleicht das Wichtigste – eine Art Immunisierung gegen Manipulation. Wer die Muster kennt, fĂ€llt schwerer auf sie herein.

Aber die Risiken sind es ebenso: Zynismus, instrumentelles Denken, die Versuchung, Menschen auf ihre NĂŒtzlichkeit zu reduzieren. Wer nur die Strategeme studiert, ohne den stoischen und philosophischen Spiegel, lĂ€uft Gefahr, die Welt als Schachbrett zu sehen – und die Menschen darin als Figuren. Ich habe in meiner therapeutischen Arbeit Menschen erlebt, die genau das taten – die so gut im strategischen Denken waren, dass sie vergessen hatten, wie echte Verbindung sich anfĂŒhlt. Sie gewannen jede Verhandlung und verloren jede Beziehung. Das ist nicht das Ziel dieser Reihe.

Genau deshalb arbeiten wir im Dreiklang: Strategem, Stoizismus und Philosophie.

  • Das Strategem zeigt das Muster.
  • Der Stoizismus prĂŒft die innere Haltung.
  • Und die Philosophie fragt nach der ethischen Bewertung.

Keiner dieser drei Spiegel allein reicht aus. Zusammen bilden sie den Schutz vor der Einseitigkeit.

Was dich erwartet – und was diese Reise mit dir machen kann

In den kommenden 36 VortrĂ€gen werden wir jedes Strategem einzeln betrachten. Jeder Vortrag beginnt mit einer Geschichte aus dem Alltag – aus meiner therapeutischen Praxis, aus Verhandlungen, aus Familiendramen, aus beruflichen Konflikten. Dann schauen wir uns die originale chinesische Formulierung an und ihre historische Anwendung. Wir analysieren das Strategem psychologisch. Wir halten es in den stoischen Spiegel – und lassen Epiktet, Seneca und Mark Aurel antworten. Wir betrachten es durch die Augen von Aristoteles, Kant und Nietzsche. Wir ĂŒbertragen es in die moderne Lebenspraxis. Und wir reflektieren kritisch: Wann ist dieses Muster klug – und wann zerstörerisch?

Jede der sechs Gruppen wird mit einem Gruppenabschluss beendet, der die bisherigen Erkenntnisse zu einer wachsenden Synthese verbindet. Am Ende – in Vortrag 36 – steht die Gesamtsynthese: sechs Disziplinen, die zusammen eine Reise beschreiben, an deren Ende ein Mensch steht, der genauer hinschaut, die Motive durchschaut, mit Klarheit handelt, sich nach innen orientiert, wahrhaftig ist und den Mut hat, loszulassen, wenn es Zeit ist.

Das ist kein perfekter Mensch. Das ist ein wacher Mensch. Und wach zu sein – in einer Welt, die ununterbrochen versucht, dich einzuschlĂ€fern – ist vielleicht die grĂ¶ĂŸte aller Strategien.

Jeder Vortrag endet mit einer persönlichen Reflexionsfrage an dich. Nicht als Hausaufgabe – als Einladung. Eine Einladung, das Gehörte nicht nur zu verstehen, sondern auf dein eigenes Leben anzuwenden. Denn die besten Erkenntnisse nĂŒtzen nichts, wenn sie im Kopf bleiben. Sie mĂŒssen ins Leben – in deine Beziehungen, deine Konflikte, deine Entscheidungen.

Und damit beginnen wir. Sechsunddreißig Strategeme. Drei Spiegel. Sechs Disziplinen. Eine Reise, die vor 2.500 Jahren begann und heute – in deinem Alltag, in deinen Beziehungen, in deiner SelbstfĂŒhrung – aktueller ist als je zuvor.

Werde wieder stark, denn Psychologie hilft.

Neugierig, welcher Achtsamkeitstyp du bist? Bist du der annÀhernde, der vermeidende oder eher der mitmachende Typ?

Die Weisheit der Stoiker – Massimo Pigliucci 

Massimo Pigliucci ist Professor fĂŒr Philosophie am City College of New York. 

Dieses Buch kann ich wirklich empfehlen, da es sehr praxisorientiert geschrieben ist. Besonders die “Dichotomie der Kontrolle” – also das was ich kontrollieren kann im Gegensatz zu den Dingen die ich loslassen muss, haben mich persönlich sehr berĂŒhrt. 

Weitere hilfreiche GedankenansÀtze sind die drei Disziplinen des Stoizismus, der Umgang mit Emotionen oder auch die Rolle der Achtsamkeit und PrÀsenz. 

Im letzten Teil des Buches stellt Pigliucci 12 praktische stoische Übungen vor, die einem helfen, die stoischen Prinzipien aktiv im Lebensalltag zu verankern wie z.B. Gleichmut ĂŒben und Reden ohne zu urteilen. 

👉 Hier geht es zum Buchtitel

Belastet vom Leben? Lassen Sie uns miteinander ins GesprÀch kommen. 

Marcus JĂ€hn Werde wieder stark durch CoachingEs sind viele Bereiche, die wir hierbei ansprechen können: Angefangen vom Umgang mit Angststörungen oder einer anderen belastenden Störung, aber auch ĂŒber Paartherapie, Selbstverwirklichung und Transzendenz. 

  • Was ist das eigentlich, eine Persönlichkeitsstörung, eine Neigung zum Perfektionismus, ein Spaltung oder eine GegenĂŒbertragung?
  • Kann ich trotz Überforderung ein ruhiges und stabiles Leben fĂŒhren? 
  • Kann ich meine Bindungsangst oder Verlustangst irgendwann einmal kontrollieren?
  • Was kann ich tun, wenn ich mich gerade in einer Trennung befinde, oder kurz davor bin?


Ich möchte aber nicht nur ĂŒber Fragen sprechen, sondern auch praxisgerechte Lösungen anbieten:

  • Eine humorvoll und spielerisch – ja fast tĂ€nzerisch – eingesetzte Gewaltfreie Kommunikation in Kombination mit der von mir entwickelten 
  • U.M.W.E.G.-Methode© und nicht zuletzt die Transaktionsanalyse als Sprachkonzept können helfen, auch in schwierigen Situationen noch kĂŒhlen Kopf zu bewahren. 

Buchen Sie sich einfach auf meinem Online-Kalender ein Zeitfenster oder nutzen Sie mein klassisches Kontaktformular um mit mir in Verbindung zu treten. Ich freue mich auf Sie. Ihr Marcus