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ACE-Studie (Adverse Childhood Experiences)

Die ACE-Studie ist ein standardisierter Screening-Fragebogen zur retrospektiven Erfassung belastender Kindheitserfahrungen, der ursprünglich aus einer epidemiologischen Großstudie der CDC und Kaiser Permanente hervorging. Das Verfahren richtet sich an Erwachsene und erfasst deren Erinnerungen an potenziell traumatische Erlebnisse in den ersten 18 Lebensjahren. Erhoben werden zehn Kategorien adverser Kindheitserfahrungen, darunter emotionaler, körperlicher und sexueller Missbrauch, Vernachlässigung sowie dysfunktionale Familienstrukturen wie Suchterkrankungen, psychische Störungen oder Inhaftierung von Bezugspersonen. Die Durchführung erfolgt mittels eines kurzen Selbstauskunftsfragebogens mit dichotomen Antwortmöglichkeiten, dessen Summenwert den sogenannten ACE-Score ergibt. Im familienpsychologischen Kontext ermöglicht das Verfahren eine schnelle Einschätzung transgenerationaler Belastungsfaktoren bei Eltern und liefert wichtige Hinweise auf potenzielle Risikofaktoren für die Erziehungsfähigkeit.

Achtsamkeitstyp nach Judson Brewer

Das Konzept der Achtsamkeitstypen nach Judson Brewer ist ein theoriegeleitetes Klassifikationsmodell zur Differenzierung individueller Zugänge zu Achtsamkeitspraktiken. Es richtet sich an Erwachsene im therapeutischen oder präventiven Kontext, die von achtsamkeitsbasierten Interventionen profitieren sollen. Erfasst werden unterschiedliche kognitive und emotionale Verarbeitungsstile, die bestimmen, über welchen Zugangsweg eine Person am effektivsten Achtsamkeit entwickeln kann – etwa über körperliche Wahrnehmung, kognitive Reflexion oder emotionale Resonanz. Die Typisierung erfolgt in der Regel über Selbsteinschätzungsverfahren oder im therapeutischen Gespräch anhand charakteristischer Reaktionsmuster auf Stress und Gewohnheitsschleifen. Für die klinische Diagnostik bietet dieses Modell einen Ansatzpunkt zur individualisierten Therapieplanung, insbesondere bei der Behandlung von Impulskontrollstörungen und emotionaler Dysregulation, wie sie häufig bei Persönlichkeitsstörungen auftreten.

ADI-R (Autism Diagnostic Interview – Revised)

Das ADI-R ist ein strukturiertes, standardisiertes Elterninterview zur differentialdiagnostischen Abklärung von Autismus-Spektrum-Störungen und gilt international als Goldstandard der Autismusdiagnostik. Zielgruppe sind Eltern oder primäre Bezugspersonen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Verdacht auf eine Störung aus dem autistischen Spektrum. Das Verfahren erfasst systematisch Auffälligkeiten in den Bereichen soziale Interaktion, Kommunikation und repetitive sowie stereotype Verhaltensmuster entsprechend den diagnostischen Kriterien nach DSM-5 und ICD-11. Die Durchführung erfordert ein etwa zwei- bis dreistündiges halbstrukturiertes Interview durch speziell geschulte Diagnostiker, wobei sowohl aktuelle Verhaltensweisen als auch die Entwicklungsgeschichte erhoben werden. Im familienpsychologischen Gutachten ermöglicht das ADI-R eine fundierte Einschätzung besonderer Betreuungsbedarfe des Kindes und der daraus resultierenden Anforderungen an die elterliche Erziehungskompetenz.

BPI (Borderline-Persönlichkeits-Inventar)

Das Borderline-Persönlichkeits-Inventar ist ein psychometrischer Selbstbeurteilungsfragebogen zur dimensionalen Erfassung von Borderline-spezifischer Symptomatik im Erwachsenenalter. Das Verfahren wird bei Personen ab 18 Jahren eingesetzt, bei denen der Verdacht auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung oder verwandte Persönlichkeitspathologie besteht. Erfasst werden vier zentrale Dimensionen: Entfremdungserlebnisse und Identitätsdiffusion, primitive Abwehrmechanismen und Objektbeziehungen, mangelhafte Realitätsprüfung sowie Angst vor Nähe. Die Durchführung erfolgt als Paper-Pencil-Verfahren mit 53 Items, die auf einer vierstufigen Skala beantwortet werden und sowohl einen Gesamtwert als auch Subskalenwerte liefern. Für familienpsychologische Fragestellungen ist das BPI besonders wertvoll zur Einschätzung der emotionalen Stabilität und Beziehungsfähigkeit eines Elternteils sowie möglicher Auswirkungen der Persönlichkeitspathologie auf die Eltern-Kind-Beziehung.

CBCL (Child Behavior Checklist) – Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder

Die CBCL ist ein international etablierter, normierter Elternfragebogen zur systematischen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen bei Kindern im Alter von eineinhalb bis fünf Jahren (CBCL 1½–5) beziehungsweise sechs bis achtzehn Jahren (CBCL 6–18R). Das Verfahren wird von Eltern oder anderen primären Bezugspersonen ausgefüllt und erfasst deren Einschätzung des kindlichen Verhaltens über einen definierten Referenzzeitraum. Die Items bilden internalisierendes Problemverhalten wie Ängstlichkeit, Rückzug und somatische Beschwerden sowie externalisierendes Problemverhalten wie Aggression und Regelüberschreitungen ab und ermöglichen eine syndrombasierte Profilanalyse. Die Durchführung nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch, wobei die Auswertung über standardisierte T-Werte eine Einordnung im Vergleich zur Normstichprobe erlaubt. Im familienpsychologischen Gutachten dient die CBCL der objektivierten Einschätzung kindlicher Belastungssymptome und ermöglicht durch parallele Befragung beider Elternteile aufschlussreiche Vergleiche der elterlichen Wahrnehmungsperspektiven.

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EBI (Eltern-Belastungs-Inventar)

Das Eltern-Belastungs-Inventar ist die deutschsprachige Adaptation des Parenting Stress Index und stellt ein standardisiertes Selbstbeurteilungsverfahren zur Erfassung von Belastungen im Eltern-Kind-System dar. Es richtet sich an Eltern von Kindern im Alter von einem Monat bis zwölf Jahren und wird vorrangig in klinischen, pädagogischen und familienpsychologischen Kontexten eingesetzt. Das Verfahren erfasst Belastungsquellen in drei Bereichen: kindliche Charakteristika wie Anpassungsfähigkeit und Anforderungsniveau, elternbezogene Faktoren wie Kompetenzerleben und Rollenrestriktion sowie Merkmale der Eltern-Kind-Interaktion. Die Durchführung erfolgt mittels Fragebogen mit 48 Items, deren Beantwortung etwa 20 Minuten beansprucht und sowohl Subskalen- als auch Gesamtbelastungswerte generiert. Für die familienpsychologische Begutachtung liefert das EBI wertvolle Informationen über das subjektive Belastungserleben der Eltern und identifiziert spezifische Stressoren, die für Empfehlungen zur Unterstützung und Hilfeplanung relevant sind.

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EBSK (Eltern-Belastungs-Screening zur Kindeswohlgefährdung)

Das EBSK ist ein deutschsprachiges Screening-Instrument zur frühzeitigen Identifikation von Risikofaktoren für Kindeswohlgefährdung auf Seiten der Eltern. Es wird primär im Kontext von Jugendämtern, Beratungsstellen und familienpsychologischen Untersuchungen bei Eltern mit Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter eingesetzt. Das Verfahren erfasst elterliche Belastungsfaktoren in Bereichen wie psychische Gesundheit, soziale Unterstützung, Partnerschaftsqualität, finanzielle Situation und elterliche Selbstwirksamkeitserwartung, die als empirisch gesicherte Risikofaktoren für Vernachlässigung und Misshandlung gelten. Die Durchführung erfolgt als kurzer Selbstauskunftsfragebogen, der eine ökonomische Ersteinschätzung ermöglicht und bei erhöhten Werten eine vertiefte Diagnostik indiziert. Im familienpsychologischen Gutachten dient das EBSK der systematischen Erfassung von Risiko- und Schutzfaktoren und unterstützt die prognostische Einschätzung hinsichtlich potenzieller Gefährdungslagen für das Kindeswohl

ETI (Essener Trauma-Inventar)

Das Essener Trauma-Inventar ist ein deutschsprachiger Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung potenziell traumatischer Lebensereignisse und posttraumatischer Belastungssymptomatik bei Erwachsenen. Das Verfahren eignet sich für den Einsatz im klinischen Setting, in der Forschung sowie im forensischen und familienpsychologischen Kontext. Es erfasst zunächst das Vorliegen verschiedener traumatischer Erfahrungen wie Unfälle, Gewalterlebnisse, sexuellen Missbrauch oder Kriegserfahrungen und erhebt anschließend die Symptomatik nach DSM-IV-Kriterien in den Clustern Intrusion, Vermeidung und Hyperarousal. Die Bearbeitung des zweiteiligen Fragebogens nimmt etwa 15 bis 25 Minuten in Anspruch und liefert neben kategorialen Diagnosehinweisen auch dimensional interpretierbare Schweregrad-Scores. Für familienpsychologische Fragestellungen ermöglicht das ETI eine systematische Einschätzung traumabedingter Belastungen bei Elternteilen und deren potenzielle Auswirkungen auf die Erziehungsfähigkeit und emotionale Verfügbarkeit für das Kind

KERF (Belastende Kindheitserfahrungen)

Der KERF-Fragebogen ist ein deutschsprachiges Selbstbeurteilungsinstrument zur retrospektiven Erfassung verschiedener Formen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung in den ersten 18 Lebensjahren. Er wird bei Erwachsenen im klinischen, forensischen und forschungsbezogenen Kontext eingesetzt, um belastende Kindheitserfahrungen systematisch zu dokumentieren. Das Verfahren erfasst fünf Kernbereiche: emotionalen Missbrauch, körperlichen Missbrauch, sexuellen Missbrauch, emotionale Vernachlässigung und körperliche Vernachlässigung, wobei sowohl Häufigkeit als auch Schweregrad der Erfahrungen differenziert erhoben werden. Die Durchführung erfolgt als strukturierter Fragebogen mit mehrstufigen Antwortskalen, der eine dimensionale Auswertung der Belastungsintensität in den einzelnen Bereichen ermöglicht. Im Rahmen familienpsychologischer Gutachten liefert der KERF wichtige Informationen über biografische Belastungsfaktoren der Eltern, die sowohl für das Verständnis aktueller Beziehungsmuster als auch für die Einschätzung transgenerationaler Risiken bedeutsam sind

MMPI-2 (Minnesota Multiphasic Personality Inventory – 2)

Das MMPI-2 ist ein umfassender, international etablierter Persönlichkeitsfragebogen zur breiten Erfassung psychopathologischer Auffälligkeiten und Persönlichkeitsmerkmale bei Erwachsenen ab 18 Jahren. Das Verfahren findet breite Anwendung in der klinischen Diagnostik, der forensischen Psychologie, der Eignungsdiagnostik sowie in familienpsychologischen Begutachtungen. Es erfasst mittels 567 Items zehn klinische Basisskalen zu Störungsbildern wie Depression, Hysterie, Psychopathie, Paranoia und Schizophrenie sowie zahlreiche Zusatzskalen und integrierte Validitätsskalen zur Erfassung von Antwortverzerrungen. Die Bearbeitung nimmt etwa 60 bis 90 Minuten in Anspruch, wobei die computergestützte Auswertung differenzierte Profilanalysen einschließlich der Beurteilung der Antwortvalidität ermöglicht. Für die familienpsychologische Begutachtung ist das MMPI-2 besonders wertvoll, da es neben der Persönlichkeitsstruktur auch Hinweise auf Dissimulation oder Aggravation liefert und damit die Glaubwürdigkeit der Selbstdarstellung eines Elternteils einzuschätzen hilft.

PID-5-BF+ (Persönlichkeitsinventar für DSM-5 und ICD-11 – Kurzform)

Das PID-5-BF+ ist ein dimensionales Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung maladaptiver Persönlichkeitseigenschaften gemäß dem alternativen Modell für Persönlichkeitsstörungen nach DSM-5 und dem dimensionalen Ansatz der ICD-11. Das Verfahren ist für Erwachsene konzipiert und ermöglicht eine moderne, dimensionale Persönlichkeitsdiagnostik jenseits der klassischen kategorialen Störungsklassifikation. Erfasst werden fünf übergeordnete Persönlichkeitsdomänen: Negative Affektivität, Verschlossenheit, Antagonismus, Enthemmung und Psychotizismus, die wiederum in spezifische Facetten untergliedert werden können. Die Kurzform umfasst 34 Items und erlaubt eine ökonomische Durchführung in etwa zehn Minuten, wobei die Ergebnisse ein dimensionales Profil der Persönlichkeitspathologie abbilden. Im familienpsychologischen Kontext ermöglicht das PID-5-BF+ eine zeitgemäße Einschätzung persönlichkeitsbezogener Risikofaktoren für die Eltern-Kind-Beziehung und ist kompatibel mit den aktuellen diagnostischen Klassifikationssystemen.

SCID-5-CV (Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-5-Störungen – Klinische Version)

Das SCID-5-CV ist ein halbstrukturiertes diagnostisches Interview zur systematischen Erfassung der wichtigsten psychischen Störungen nach DSM-5-Kriterien und gilt als Referenzstandard der klinischen Diagnostik. Es wird von geschulten Klinikern bei erwachsenen Patienten oder Probanden durchgeführt, bei denen eine zuverlässige psychiatrische Differentialdiagnostik erforderlich ist. Das Interview erfasst systematisch affektive Störungen, psychotische Störungen, Substanzgebrauchsstörungen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Traumafolgestörungen, Essstörungen und somatische Belastungsstörungen anhand operationalisierter Diagnosekriterien. Die Durchführung erfordert je nach Komplexität der Symptomatik zwischen 45 und 120 Minuten und verlangt klinische Expertise zur angemessenen Bewertung der Patientenangaben. Für familienpsychologische Gutachten liefert das SCID-5-CV eine reliable und valide Grundlage zur Feststellung psychiatrischer Diagnosen bei Elternteilen, die für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit und die Prognosestellung von zentraler Bedeutung sein können.

SKEI (Strukturiertes Interview zur Erfassung der Kind-Eltern-Interaktion)

Das SKEI ist ein deutschsprachiges strukturiertes Beobachtungs- und Interviewverfahren zur systematischen Erfassung der Qualität der Kind-Eltern-Interaktion im Kontext familienpsychologischer Fragestellungen. Es wird bei Eltern-Kind-Dyaden eingesetzt, wobei das Kind in der Regel im Kleinkind- bis Grundschulalter ist, und kombiniert Verhaltensbeobachtung mit strukturierter Befragung. Das Verfahren erfasst zentrale Dimensionen der Interaktionsqualität wie elterliche Feinfühligkeit, emotionale Verfügbarkeit, Grenzsetzung, Förderung von Autonomie sowie die kindliche Bindungssicherheit und Kooperationsbereitschaft. Die Durchführung umfasst standardisierte Interaktionssequenzen wie gemeinsames Spiel, eine Trennungs- und Wiedervereinigungssituation sowie eine Aufgabensituation, die videografiert und anhand definierter Kriterien ausgewertet werden. Das SKEI ist speziell für die familienpsychologische Begutachtung entwickelt worden und liefert empirisch fundierte Daten zur Beurteilung der Erziehungsfähigkeit und der Eltern-Kind-Beziehungsqualität, die in Sorgerechts- und Umgangsregelungsfragen zentrale Entscheidungsgrundlagen darstellen.

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  • Es ist durch das Gesetz klar  geregelt, dass sich jede Person im Familien-Verfahren sowohl vor den Ă„mtern als auch vor Gerichten (Ausnahme: alle finanziellen Angelegenheiten) durch einen Beistand begleiten lassen kann.

  • Diese Möglichkeit wird leider noch viel zu wenig genutzt, da sie auch in den Jugendämtern kaum bekannt und nicht gerade populär ist. Eigentlich nachvollziehbar, da sich die gesamte familiale Intervention einschlieĂźlich der Familiengerichte gerne im familiären Verfahren unter Ausschluss jeder Ă–ffentlichkeit bequem einrichtet.

    Buchen Sie sich gerne auf meinem Online-Kalender ein Zeitfenster oder nutzen Sie mein klassisches Kontaktformular um mit mir in Verbindung zu treten. Ich freue mich auf Sie. Ihr Marcus